Sazerac greift nach Berentzen: Übernahme und Börsenrückzug geplant
**Sazerac will Berentzen übernehmen und von der Börse nehmen**
Der niedersächsische Getränke- und Spirituosenhersteller Berentzen steht vor der Übernahme durch den US-Konzern Sazerac. Der familiengeführte Spirituosenhersteller kündigte ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot in Höhe von 5,55 Euro je Aktie an. Vorstand und Aufsichtsrat der Berentzen-Gruppe unterstützen die Transaktion und wollen den Aktionären die Annahme empfehlen.
Der Angebotspreis liegt nach Unternehmensangaben 68 Prozent über dem unbeeinflussten, volumengewichteten Xetra-Durchschnittskurs der drei Monate vor dem 16. September 2026. Gegenüber dem letzten Kurs vor Bekanntwerden der Gespräche fällt der Aufschlag allerdings geringer aus. Die Berentzen-Aktie war bereits deutlich gestiegen und schloss zuletzt bei 4,53 Euro. Am Montag notierte sie auf Tradegate zeitweise bei 5,54 Euro, rund 24 Prozent höher.
Bei insgesamt rund 9,6 Millionen Aktien entspricht das Angebot einer rechnerischen Unternehmensbewertung von etwa 53 Millionen Euro. Der Vollzug steht unter der Bedingung, dass Sazerac mindestens 50 Prozent plus eine Aktie angedient werden. Weitere regulatorische oder kartellrechtliche Genehmigungen sind laut Berentzen nicht erforderlich. Der Abschluss wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Anschließend strebt Sazerac ein Delisting der Berentzen-Aktien an. Der Vorstand will dieses Vorhaben vorbehaltlich seiner gesetzlichen Pflichten unterstützen.
Für Sazerac ist Berentzen offenbar weit mehr als eine kleinere Akquisition. Der US-Konzern verfügt über mehr als 525 Marken, darunter Buffalo Trace, Fireball, Southern Comfort, SVEDKA, Au Vodka und Eagle Rare. Berentzen könnte als europäische Produktions- und Vertriebsplattform dienen. Künftig sollen auch Sazerac-Marken vom deutschen Team hergestellt und vertrieben werden. Die bestehenden Standorte sollen erhalten und durch zusätzliche Investitionen weiterentwickelt werden.
Die Transaktion kommt für Berentzen in einer schwierigen Geschäftslage. Im ersten Halbjahr 2026 sank der Umsatz um gut elf Prozent auf 71 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern brach von 3,2 Millionen auf rund 0,6 Millionen Euro ein. Eine schwache Nachfrage nach Spirituosen hatte den Konzern bereits zu einer Senkung seiner Jahresprognose gezwungen.
Analysten sehen gleichwohl strategische Chancen. Berentzen verfügt über etablierte Marken, Produktionskapazitäten und Vertriebsbeziehungen im deutschen Lebensmittelhandel. Sazerac könnte damit den Zugang zum deutschen und europäischen Markt beschleunigen. Die Montega AG bewertet das Angebot mit „Halten“ und einem Kursziel von 5,55 Euro. Zwar liege der Preis unter dem zuvor ermittelten Stand-alone-Wert von sieben Euro. Wegen der Unterstützung des Managements, der attraktiven Prämie und des geplanten Delistings sei weiteres Kurspotenzial jedoch kaum zu erwarten.
Die Berentzen-Gruppe Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,36 % und einem Kurs von 5,56EUR auf Lang & Schwarz (24. September 2026, 07:42 Uhr) gehandelt.
Diskutieren Sie über die enthaltenen Werte
Disclaimer für Finanznachrichten mit KI-Autor "wO newsflash" Die bereitgestellten Artikel wurden mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz erstellt und dienen ausschließlich Informationszwecken. Die Richtigkeit der Informationen kann nicht garantiert werden. Vor finanziellen Entscheidungen unbedingt unabhängige Quellen konsultieren. Wir übernehmen keine Haftung für Verluste oder Schäden. Investieren birgt Risiken. Keine Empfehlungen zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten. Urheberrechtlich geschützt, keine Reproduktion ohne Genehmigung. Technische Fehlfunktionen sind jederzeit möglich. Änderungen vorbehalten.

