Symrise vor dem nächsten Schub? BofA sieht Kursziel bei 110 Euro
**Symrise: Parfümgeschäft überzeugt – BofA sieht weiteres Kurspotenzial**
Symrise zählt 2026 zu den Überraschungssiegern im DAX. Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 37 Prozent zugelegt und ist damit nach Infineon der zweitbeste Wert im deutschen Leitindex. Rückenwind erhält der Duft- und Aromenhersteller nun von der Bank of America (BofA): Nach einem Besuch des Parfümstandorts im südfranzösischen Grasse bekräftigen die Analysten ihre Kaufempfehlung und sehen das Kursziel bei 110 Euro.
Gemeinsam mit Symrise-Vorstandschef Jean-Yves Parisot nahm die BofA das Geschäft mit feinen Düften unter die Lupe. Das Fazit fällt positiv aus. Die Sparte sei deutlich leistungsfähiger, als es die bisherigen Kennzahlen vermuten ließen. Belastungen in den Bereichen Aromamoleküle und kosmetische Wirkstoffe hätten die operative Entwicklung zuletzt überlagert.
Das Parfümgeschäft ist den Angaben zufolge heute rund 50 Prozent größer als vor der Pandemie. Unter Einbeziehung der Zukäufe Neroli und Romani beläuft sich das Wachstum sogar auf etwa 75 Prozent. Als strategischen Vorteil wertet die BofA zudem Symrise’ enge Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben. Ein Beispiel ist der Vanilleanbau in Madagaskar. Allerdings sind solche Lieferketten auch Risiken durch schwankende Ernten und volatile Rohstoffpreise ausgesetzt.
Zusätzlichen Schub verspricht sich Symrise von einer laufenden Welle von Rezepturänderungen. Markenhersteller überarbeiten ihre Produkte, um den Absatz anzukurbeln. Davon könnten Anbieter von Duftstoffen, Aromen und Wirkstoffen profitieren.
Die zentrale Schwachstelle bleibt die Profitabilität. Mit einer EBITDA-Marge von rund 18 Prozent liegt Symrise deutlich hinter den führenden Wettbewerbern, die auf 22 bis 25 Prozent kommen. Nach Einschätzung der BofA könnten der Verkauf des Terpengeschäfts, eine Erholung bei UV-Filtern sowie eine wieder vollständig besetzte Führung der Sparte die Margenlücke zumindest teilweise schließen.
Risiken sieht die Bank insbesondere beim Menthol. Auf diesen Rohstoff entfällt rund die Hälfte der Aromamoleküle. BASF und der chinesische Konkurrent Zhejiang NHU wollen ihre Produktionskapazitäten 2027 ausbauen. Ein zusätzliches Angebot könnte den Preisdruck erhöhen.
Auch die Kapitalallokation bleibt im Fokus. Das im Februar gestartete Aktienrückkaufprogramm über 400 Millionen Euro läuft im Oktober aus. Bis zum 18. September hatte Symrise insgesamt 4,09 Millionen eigene Aktien erworben. Allein in der betreffenden Woche kamen 142.500 Aktien zu einem durchschnittlichen Preis von 89,67 Euro hinzu. Da die Verschuldung Ende 2026 voraussichtlich am unteren Ende der Unternehmensprognose liegen dürfte, hält die BofA ein weiteres, allerdings kleineres Rückkaufprogramm für möglich.
Die Symrise Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,10 % und einem Kurs von 92,29EUR auf Lang & Schwarz (24. September 2026, 07:45 Uhr) gehandelt.
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