Newron investiert kräftig in Evenamide – Finanzierung bis 2027 gesichert
**Newron erhöht Ausgaben für Evenamide und verlängert Finanzierungsspielraum**
Newron Pharmaceuticals hat im ersten Halbjahr 2026 die klinische Entwicklung seines wichtigsten Wirkstoffkandidaten Evenamide deutlich vorangetrieben. Gleichzeitig belasteten höhere Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sowie geringere Einmalerlöse das Ergebnis. Der auf Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems spezialisierte Konzern meldete für die ersten sechs Monate einen Umsatz von 3,2 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 11,9 Millionen Euro gewesen. Der Rückgang ist vor allem darauf zurückzuführen, dass 2025 ein Meilenstein aus dem Lizenzvertrag mit EA Pharma, einer Tochtergesellschaft des japanischen Pharmakonzerns Eisai, sowie eine Vorauszahlung von Myung In Pharm verbucht worden waren.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen dagegen von 6,1 Millionen auf 14,6 Millionen Euro. Das operative Ergebnis drehte dadurch von einem Gewinn von 1,3 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025 in einen Verlust von 16,6 Millionen Euro. Unter dem Strich wies Newron einen Nettoverlust von 16,4 Millionen Euro aus, nach einem nahezu ausgeglichenen Ergebnis im Vorjahreszeitraum. Der operative Mittelabfluss belief sich auf 10,8 Millionen Euro, verglichen mit einem Mittelzufluss von 33,4 Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Im Mittelpunkt steht das globale Phase-3-Programm ENIGMA-TRS zur Prüfung von Evenamide als Zusatztherapie bei behandlungsresistenter Schizophrenie. Bei ENIGMA-TRS 1 wurde im September der letzte von 996 Patienten für das Screening aufgenommen. Die Zielgröße von mindestens 600 tatsächlich rekrutierten Teilnehmern soll Mitte Oktober erreicht werden. Die ersten zwölfwöchigen Ergebnisse erwartet Newron im ersten Quartal 2027; die Studie wird anschließend verblindet über 52 Wochen fortgeführt.
Die Rekrutierung für ENIGMA-TRS 2 in den USA war im April nach dem plötzlichen Tod eines Studienteilnehmers vorübergehend ausgesetzt worden. Nach einem konstruktiven Gespräch mit der US-Arzneimittelbehörde FDA im Juli setzt Newron nun vereinbarte Anpassungen um und rechnet mit einer Wiederaufnahme nach behördlicher Freigabe. Außerhalb der USA läuft die Rekrutierung weiter. Parallel startete EA Pharma in Japan eine eigene Phase-3-Studie.
Finanziell stützt sich Newron auf eine Finanzierungsvereinbarung über bis zu 38 Millionen Euro. Davon wurden bislang 20,5 Millionen Euro gezeichnet. Zudem verlängerte die Europäische Investitionsbank die Laufzeit ausstehender Tranchen bis Mitte 2028. Nach dem Bilanzstichtag flossen weitere 5,5 Millionen Euro von Eisai sowie rund 5,5 Millionen Euro aus der Finanzierung zu. Per Ende Juni verfügte Newron über 32,9 Millionen Euro liquide Mittel und kurzfristige Finanzanlagen. Das Unternehmen sieht die Finanzierung bis weit in das Jahr 2027 gesichert. Der Patentschutz für Evenamide wurde in Europa zudem bis 2044 verlängert.
Die Newron Pharmaceuticals Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von 0,00 % und einem Kurs von 11,88EUR auf Lang & Schwarz (24. September 2026, 07:45 Uhr) gehandelt.
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