TUI engt Gewinnkorridor ein – Winterbuchungen deutlich im Minus
**TUI senkt Gewinnkorridor – kurzfristige Buchungen belasten Wintergeschäft**
Der Reisekonzern TUI stellt sich auf ein anspruchsvolles Schlussquartal und einen verhaltenen Start in die Wintersaison ein. Im Vorfeld der Veröffentlichung der Geschäftsjahreszahlen am 9. Dezember konkretisierte der Konzern seine Prognose für das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) 2026 auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro. Damit liegt TUI zwar innerhalb der bisherigen Zielspanne von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro, zugleich aber deutlich unter dem Vorjahreswert von 1,413 Milliarden Euro. Die Umsatzprognose bleibt weiterhin ausgesetzt.
Belastet wird das Geschäft vor allem durch geopolitische Unsicherheiten, die Folgen des Iran-Kriegs und ein verändertes Buchungsverhalten. Kunden entscheiden sich zunehmend kurzfristig für eine Reise. Im Pauschalreisegeschäft lag der gebuchte Umsatz für den Sommer 2026 fünf Prozent unter dem Vorjahresniveau. Gegenüber dem August-Update konnte TUI das Minus allerdings um einen Prozentpunkt verringern. In den vergangenen vier Wochen lag der gebuchte Umsatz sogar zwei Prozent über dem Vergleichszeitraum.
TUI reagiert auf die unsichere Nachfrage mit einer vorsichtigen Kapazitätssteuerung. Die Risikokapazität für den Sommer wurde um fünf Prozent reduziert. Dadurch will der Konzern die Auslastung eigener Angebote sichern und die Erträge schützen. Gleichzeitig setzt TUI auf dynamisch zusammengestellte Reisepakete, zusätzliche App-Verkäufe sowie Kosten- und Effizienzprogramme. Die durchschnittlichen Verkaufspreise behaupteten sich trotz des wettbewerbsintensiven Umfelds.
Für den Winter 2026/27 ist der Ausblick verhaltener. Der gebuchte Umsatz liegt derzeit sieben Prozent unter dem Vorjahreswert, in Großbritannien beträgt das Minus neun Prozent, in Deutschland vier Prozent. Immerhin verbesserte sich die Buchungsdynamik zuletzt: In den vergangenen vier Wochen lag der Umsatz nur noch ein Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Zu den wichtigsten Winterzielen zählen die Kanarischen Inseln, Spanien, Ägypten und die Kapverden.
Stabiler präsentiert sich das Segment Urlaubserlebnisse. Bei den Hotels steigen die verfügbaren Bettennächte im ersten Halbjahr 2027 um sieben Prozent, während die Durchschnittsraten um ein Prozent zulegen. Die Auslastung liegt jedoch zwei Prozentpunkte unter dem Vorjahr. Im Kreuzfahrtgeschäft wächst die Kapazität dank neuer Schiffe besonders stark. Die verfügbaren Passagiertage erhöhen sich im ersten Halbjahr um 17 Prozent, die Durchschnittsraten steigen um zwei Prozent. Die Auslastung liegt vorerst sechs Prozentpunkte niedriger.
An der Börse reagierte die TUI-Aktie zunächst mit Verlusten, drehte im Tagesverlauf jedoch ins Plus. Analysten verwiesen unter anderem auf offene Fragen zu steigenden Kerosinkosten. Die endgültigen Ergebnisse legt TUI am 9. Dezember vor.
Die TUI Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,03 % und einem Kurs von 6,532EUR auf Lang & Schwarz (24. September 2026, 07:45 Uhr) gehandelt.
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