LPKF vor Millionenauftrag aus Asien – Aktie springt 18 Prozent
**LPKF vor Großauftrag aus asiatischer Halbleiterindustrie**
Die Aktien des Laserspezialisten LPKF haben am 23. September 2026 deutlich zugelegt. In der Spitze stiegen die im SDax notierten Papiere auf 17,20 Euro und damit auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr. Zuletzt lag der Kurs bei 16,95 Euro, ein Plus von rund 18,5 Prozent. Auslöser war die Aussicht auf einen Großauftrag eines führenden asiatischen Herstellers für Advanced Semiconductor Packaging.
LPKF teilte mit, eine Absichtserklärung zum Kauf von NEXAR-LIDE-Glasbearbeitungssystemen erhalten zu haben. Das geplante Auftragsvolumen liegt im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Die verbindliche Bestellung werde in Kürze erwartet. Der asiatische Kunde wolle die Anlagen beim Produktionshochlauf einer Fertigung für Glassubstrate einsetzen, die für leistungsfähige Advanced-Packaging-Anwendungen bestimmt sind.
Die Vereinbarung ist für LPKF strategisch bedeutsam. Der Kunde betreibt bereits ein System des Garbsener Unternehmens und hat dessen LIDE-Technologie vollständig qualifiziert. LIDE steht für „Laser Induced Deep Etching“ und ermöglicht die präzise Bearbeitung von Glas. Mit der Auswahl der NEXAR-Systeme wird LPKF nach eigener Einschätzung als wichtiger Ausrüster innerhalb einer entstehenden Lieferkette für glasbasiertes Advanced Packaging bestätigt.
„Wir gehen davon aus, dass diesem Projekt weitere Aufträge folgen werden“, sagte Vorstandschef Klaus Fiedler. LPKF wolle sich damit dauerhaft in der globalen Lieferkette für Glaslösungen etablieren. Anleger setzen bereits seit längerer Zeit auf größere Serienaufträge aus der Halbleiterindustrie. Der aktuelle Letter of Intent gilt daher als wichtiger Beleg für die Marktakzeptanz der Technologie, ist allerdings noch keine endgültige Bestellung.
Vom erwarteten Auftrag profitiert LPKF vom anhaltenden Boom bei künstlicher Intelligenz und High-Performance-Computing. Herkömmliche Chipsubstrate stoßen angesichts steigender Rechen- und Datenanforderungen zunehmend an Grenzen. In KI-Rechenzentren reicht zudem die Übertragungskapazität von Kupferverbindungen teilweise nicht mehr aus. Optische Datenübertragung gewinnt deshalb an Bedeutung – und Glas wird zu einem wichtigen Bestandteil moderner Chipverpackungen, bei denen mehrere Halbleiter miteinander verbunden werden.
LPKF schätzt den adressierbaren Markt für seine Glasbearbeitungslösungen bis 2030 auf rund 1,7 Milliarden Euro. Wegen der erwarteten Expansion prüft das Unternehmen eine Stärkung seiner globalen Präsenz und seiner operativen Kapazitäten. Dabei werden auch Finanzierungsalternativen einschließlich einer möglichen Kapitalerhöhung untersucht. Die seit Mitte September von 11,50 Euro gestartete Kurserholung hat sich mit dem Kurssprung deutlich beschleunigt.
Die LPKF Laser & Electronics Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,47 % und einem Kurs von 16,03EUR auf Lang & Schwarz (24. September 2026, 07:47 Uhr) gehandelt.
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