Euro weiter im Sinkflug: Warum der Dollar jetzt davonzieht
**Euro gerät gegenüber dem US-Dollar weiter unter Druck**
Der Euro hat seine Talfahrt gegenüber dem US-Dollar fortgesetzt. Am Mittwoch kostete die Gemeinschaftswährung am Morgen 1,1423 US-Dollar und damit weniger als am Vorabend. Der Kurs fiel auf den niedrigsten Stand seit Ende Juli. Im weiteren US-Handel weiteten sich die Verluste aus: Zeitweise sank der Euro bis auf 1,1370 Dollar, bevor er sich zuletzt leicht auf 1,1387 Dollar erholte.
Auch der offizielle Referenzkurs der Europäischen Zentralbank (EZB) gab deutlich nach. Die Notenbank setzte ihn am Mittwoch auf 1,1411 Dollar fest, nach 1,1463 Dollar am Dienstag und 1,1490 Dollar am Montag. Zum Wochenauftakt hatte der Euro im US-Handel noch bei rund 1,1465 Dollar gelegen. Anfang September war die Gemeinschaftswährung sogar mehr als 1,16 Dollar wert.
Ausschlaggebend für die jüngste Euro-Schwäche sind vor allem veränderte Zinserwartungen. Nach der Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve am 16. September rechnen Marktteilnehmer offenbar mit einem anhaltend vergleichsweise hohen Zinsniveau in den Vereinigten Staaten. Dadurch hat sich das erwartete Zinsdifferenzial zwischen den USA und dem Euroraum zugunsten des Dollars verschoben. Anlagen in US-Dollar erscheinen damit attraktiver, was die Nachfrage nach der amerikanischen Währung erhöht.
Die Commerzbank verweist zudem auf die unterschiedliche Bedeutung der Energiepreise für die Geldpolitik beider Wirtschaftsräume. Inflation und Zinspolitik im Euroraum könnten stärker von den Energiepreisen beeinflusst werden als in den USA. Steigende Ölpreise verstärkten zuletzt die Inflationssorgen und befeuerten die Spekulationen über eine weitere Zinserhöhung der Fed. Das verlieh dem Dollar zusätzlichen Rückenwind.
Unterstützung erhielt die US-Währung außerdem von überraschend robusten Konjunkturdaten. Im September verbesserte sich die Stimmung der Einkaufsmanager in der US-Industrie und im Dienstleistungssektor unerwartet. Dagegen fehlten dem Euro zu Wochenbeginn klare Impulse. Der erneute Rückgang der Ölpreise und sinkende Renditen an den Anleihemärkten konnten keine nachhaltige Trendwende einleiten.
Für die weitere Entwicklung richten sich die Blicke nun auf neue Stimmungsindikatoren aus Europa. Erwartet werden vorläufige Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich, Deutschland und der Eurozone. Am folgenden Tag sollen weitere französische Daten sowie der Ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht werden. Die Zahlen könnten Hinweise darauf liefern, wie stabil die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum ist und ob der Euro weiteren Abwärtsdruck erhält.
Die Währung EUR/USD wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,03 % und einem Kurs von 1,138USD auf Forex (24. September 2026, 07:52 Uhr) gehandelt.
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