Sinkende Ölpreise und Friedenshoffnungen treiben deutsche Anleihen
**Deutsche Staatsanleihen profitieren von sinkenden Ölpreisen und geopolitischen Hoffnungen**
Deutsche Staatsanleihen haben im Wochenverlauf zunächst deutlich zugelegt, bevor sie einen Teil ihrer Gewinne wieder abgaben. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg zu Wochenbeginn um 0,35 Prozent auf 120,92 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank im Gegenzug auf 3,47 Prozent. Im weiteren Handelsverlauf bauten die Kurse ihre Gewinne zeitweise sogar aus: Der Bund-Future lag zwischenzeitlich 0,54 Prozent höher bei 121,15 Punkten, während die Rendite der zehnjährigen Titel auf 3,44 Prozent zurückging.
Ausschlaggebend für die Bewegung an den Anleihemärkten waren vor allem die Entwicklungen an den Energiemärkten und die geopolitische Lage im Nahen Osten. Die Ölpreise gaben zu Beginn der Woche weiter nach. Marktteilnehmer setzten dabei auf Fortschritte bei den Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs. Zudem gab es Berichte, wonach saudische Öllieferungen wieder verstärkt durch die Straße von Hormus transportiert werden könnten. Die Aussicht auf ein größeres Angebot an Rohöl belastete die Preise und dämpfte zugleich die Sorgen vor einem erneuten Anstieg der Inflation.
Nach Einschätzung der Dekabank dürften geopolitische Nachrichten über den Umweg der Energiepreise zunächst der wichtigste Treiber für die Finanzmärkte bleiben. US-Präsident Donald Trump signalisierte seine Bereitschaft zu einem möglichen Treffen mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian am Rande der UN-Generalversammlung in New York. Außerdem waren Gespräche Trumps mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping sowie mit Vertretern der Golfstaaten geplant. Investoren richteten ihren Blick daher auf mögliche diplomatische Fortschritte.
Am Dienstag gaben deutsche Staatsanleihen einen Teil der Vortagsgewinne wieder ab. Der Bund-Future fiel um 0,17 Prozent auf 120,81 Punkte, die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg auf 3,48 Prozent. Der zwischenzeitliche Anstieg der Ölpreise belastete die Kurse. Am Mittwoch setzte sich die leichte Schwäche fort: Der Bund-Future verlor am Morgen 0,10 Prozent auf 121,07 Punkte, während die Rendite bei 3,46 Prozent lag.
Zusätzlichen Druck erzeugten besser als erwartet ausgefallene deutsche Konjunkturdaten. Im September verbesserte sich die Stimmung der Einkaufsmanager überraschend deutlich. Zwar trübte sich die Lage in der Industrie leicht ein, dies entsprach jedoch weitgehend den Erwartungen. Insgesamt blieb der Datenkalender nach Einschätzung der Helaba vergleichsweise ereignisarm.
Auch französische Staatsanleihen legten zu, obwohl die Ratingagentur Scope Frankreich von „AA-“ auf „A+“ herabstufte. Als Gründe nannte sie die anhaltende Verschlechterung der Haushaltslage sowie die politische Zersplitterung und Polarisierung. Die Rendite zehnjähriger französischer Anleihen sank dennoch zeitweise auf 4,45 Prozent.
BUND Future wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,03 % und einem Kurs von 120,0EUR auf L&S Exchange (24. September 2026, 07:53 Uhr) gehandelt.
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