Pyrum senkt Prognose: Verzögerter Anlagenhochlauf belastet massiv
**Pyrum senkt Prognose wegen verzögertem Anlagenhochlauf**
Die Pyrum Innovations AG muss ihre Erwartungen für das Geschäftsjahr 2026 deutlich zurücknehmen. Grund ist der verzögerte Hochlauf einer neuen Mahl- und Pelletieranlage am Unternehmensstandort Dillingen. Nach Umbauarbeiten erreicht die Anlage bislang lediglich einen Durchsatz von bis zu 1.250 Kilogramm pro Stunde. Vorgesehen und vom Hersteller garantiert sind hingegen 1.650 Kilogramm.
Pyrum rechnet nun für 2026 mit einem Umsatz zwischen 4,2 und 5,3 Millionen Euro. Die bisherige Prognose hatte noch 6,5 bis 9,5 Millionen Euro vorgesehen. Auch die erwartete Gesamtleistung wurde gesenkt: Statt 12 bis 18 Millionen Euro kalkuliert das Unternehmen nun mit 11 bis 14 Millionen Euro. Beim Konzern-EBIT erwartet Pyrum einen Verlust von 10 bis 12,5 Millionen Euro. Bislang war die Bandbreite mit minus 8 bis minus 10,5 Millionen Euro angegeben worden.
Die technische Einschränkung betrifft nach Unternehmensangaben die Förderung des gemahlenen Materials aus den Silos beziehungsweise dem Bunker in die nachgelagerten Prozessschritte. Der Lieferant arbeitet an mehreren Lösungsansätzen. Pyrum erwartet derzeit eine Verzögerung von wenigen Wochen. Ob diese Einschätzung eingehalten werden kann, bleibt allerdings ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor für die weitere Geschäftsentwicklung.
Die Halbjahreszahlen zeigen bereits die Auswirkungen. Zwar stieg der Umsatz in den ersten sechs Monaten um 37,6 Prozent auf 1,743 Millionen Euro. Wegen des langsamen Anlagenhochlaufs blieb er jedoch hinter den Erwartungen zurück. Die Gesamtleistung sank aufgrund deutlich niedrigerer aktivierter Eigenleistungen von 6,712 auf 3,787 Millionen Euro. Das EBIT verschlechterte sich von minus 3,942 auf minus 6,297 Millionen Euro. Bereinigt um im Vorjahr verbuchte, nicht regelmäßig wiederkehrende Investitionszuschüsse lag das EBITDA mit minus 4,358 Millionen Euro ungefähr auf dem Vorjahresniveau.
Belastend ist zudem die Finanzlage. Die verfügbare Liquidität belief sich Ende Juni auf 6,102 Millionen Euro, nach 17,006 Millionen Euro zum Jahresende 2025. Um einen Teil der Produktionsausfälle auszugleichen, hat Pyrum vorübergehend einen Dreischichtbetrieb genehmigt bekommen. Bis Ende September soll die dritte Schicht aufgebaut werden. Nachtschichten verursachen jedoch zusätzliche Kosten und können die bereits verlorene Produktionszeit nicht vollständig kompensieren.
Positive Nachrichten kommen aus Schweden. Der Projektpartner GreenTech Recycling Tires AB erhielt eine Förderzusage über 24 Millionen Euro. Das gemeinsame Werk soll jährlich 22.700 Tonnen Altreifen recyceln. Pyrum erwartet, dass das Projekt spätestens im ersten Quartal 2027 Fahrt aufnimmt. Damit bleibt die internationale Expansion ein wichtiger Wachstumstreiber – kurzfristig dominiert jedoch die Frage, wann die Dillinger Anlage zuverlässig ihre Zielkapazität erreicht.
Die Pyrum Innovations Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,35 % und einem Kurs von 28,35EUR auf Lang & Schwarz (24. September 2026, 07:52 Uhr) gehandelt.
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