MATERNUS wächst bei Umsatz und Auslastung – doch das Ergebnis sinkt
**MATERNUS steigert Auslastung und Umsatz – Ergebnis bleibt unter Druck**
Die MATERNUS-Kliniken AG hat im ersten Halbjahr 2026 ihre konzernweite Auslastung und den Umsatz gesteigert. Die Erlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,3 Millionen Euro auf 60,6 Millionen Euro. Wesentliche Treiber waren eine verbesserte Belegung sowie höhere Pflege- und Abrechnungssätze. Die durchschnittliche Konzernauslastung stieg von 81,3 auf 83,6 Prozent.
Im Segment Seniorenwohn- und Pflegeeinrichtungen legte der Umsatz um 0,6 Millionen Euro auf 46,9 Millionen Euro zu. Die Auslastung blieb mit 84,2 Prozent stabil. Gleichzeitig setzte MATERNUS die strukturelle Bereinigung des Geschäfts fort: Der ambulante Pflegedienst Eifel in Pelm wurde Ende März eingestellt, die Versorgung der Wohngruppen in Köln endete im April. Das Seniorencentrum „Unter der Homburg“ in Stadtoldendorf wurde Ende August an eine neue Betreiberin übergeben.
Deutlich dynamischer entwickelte sich die Rehabilitation. Der Segmentumsatz stieg um 0,9 Millionen Euro auf 12,9 Millionen Euro, während die Auslastung von 72,9 auf 83,1 Prozent zunahm. Nach der Schließung der Bayerwald-Klinik in Cham Ende April konzentriert sich das Geschäft auf die Klinik in Bad Oeynhausen. Dort erhöhte sich die durchschnittliche Belegung von 317 auf 376 Betten.
Die operative Ergebnisentwicklung wurde jedoch durch höhere Personalkosten belastet. Der Personalaufwand stieg um 2,7 Millionen Euro auf 40,8 Millionen Euro. Ein erheblicher Teil des Anstiegs entfiel auf den Pflegebereich und hängt mit nachträglich abgegrenzten Zahlungen für bereits im Vorjahr geleistete Arbeit zusammen. Der Materialaufwand erhöhte sich leicht auf 7,1 Millionen Euro, während die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 0,6 Millionen Euro auf 10,8 Millionen Euro sanken. Das EBITDA ging daher von 6,7 auf 5,5 Millionen Euro zurück.
Unter dem Strich verbesserte sich das Halbjahresergebnis dennoch leicht: Der Konzernverlust verringerte sich von 2,1 auf 1,9 Millionen Euro. Dazu trug insbesondere ein um 0,8 Millionen Euro verbessertes Finanzergebnis bei.
Für das Gesamtjahr hält der Vorstand an seinen Zielen fest. Bei einem Umsatz von 118,5 Millionen Euro soll das EBITDA auf 10,9 Millionen Euro steigen, nach 3,9 Millionen Euro im Vorjahr. Kostensenkungen infolge von Standortschließungen und der Wegfall verlustbringender Aktivitäten sollen langfristig rund vier Millionen Euro zusätzliche Liquidität pro Jahr schaffen. Wachstum erwartet MATERNUS vor allem durch weitere Entgeltverhandlungen, eine höhere Pflegeauslastung und zusätzliche Rehabilitationskapazitäten in Bad Oeynhausen. Der vollständige Halbjahresfinanzbericht soll am 30. September veröffentlicht werden.
Die Maternus-Kliniken Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -3,31 % und einem Kurs von 1,170EUR auf Lang & Schwarz (24. September 2026, 07:56 Uhr) gehandelt.
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