KWS stärkt die Bilanz – warum die Aktie trotzdem 7 % fällt
**KWS behauptet Profitabilität und stärkt Bilanz – Aktie unter Druck**
Der Saatguthersteller KWS hat sich im Geschäftsjahr 2025/2026 trotz eines schwierigen Marktumfelds robust entwickelt. Belastet durch geringere Anbauflächen bei Zuckerrüben und Mais sank der Umsatz aus fortgeführten Aktivitäten um 3,0 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro. Organisch, also bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte, betrug der Rückgang lediglich 1 Prozent.
Das operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) ging um 2,1 Prozent auf 343,1 Millionen Euro zurück. Die ausgewiesene EBITDA-Marge verbesserte sich dennoch leicht auf 21,1 Prozent. Darin enthalten ist allerdings ein positiver Einmaleffekt von 29 Millionen Euro aus der Veräußerung von Lizenzrechten im Zusammenhang mit dem Verkauf des nordamerikanischen Maisgeschäfts. Bereinigt um Sondereffekte lag die Marge bei 19,3 Prozent nach 20,4 Prozent im Vorjahr. Negative Währungseffekte von rund 14 Millionen Euro sowie eine Rückstellung für ein Rechtsrisiko belasteten die Profitabilität.
Dank eines deutlich verbesserten Finanzergebnisses stieg das Ergebnis vor Steuern um 13,1 Prozent auf 240,1 Millionen Euro. Das Konzernergebnis erhöhte sich ebenfalls um 13,1 Prozent auf 158,4 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie kletterte von 4,24 auf 4,80 Euro. Der freie Cashflow blieb mit 122,5 Millionen Euro nahezu stabil. Zugleich verbesserte sich die Eigenkapitalquote auf 61,2 Prozent, während die Nettoverschuldung von 61,6 auf nur noch 8,7 Millionen Euro sank.
Segmentseitig blieb das Zuckerrübengeschäft trotz deutlich kleinerer Anbauflächen auf vergleichbarem Umsatzniveau. KWS baute dort seine weltweite Marktführerschaft aus. Im Maisgeschäft sanken die Erlöse in Europa, die operative Marge verbesserte sich jedoch deutlich – auch aufgrund des genannten Sondereffekts. Das Getreidesegment profitierte von einer starken Nachfrage nach Rapssaatgut, während Gemüse wegen einer hohen Vorjahresbasis und steigender Aufbaukosten erneut Verluste schrieb.
Die Aktionäre sollen erneut von der positiven Entwicklung profitieren. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen für das Geschäftsjahr eine Dividendenerhöhung von 1,25 auf 1,30 Euro je Aktie vor. Die Ausschüttungsquote liegt damit bei rund 29 Prozent.
Für 2026/2027 erwartet KWS bei einer Erholung der Agrarmärkte ein organisches Umsatzwachstum von etwa 3 Prozent und eine EBITDA-Marge zwischen 19 und 20 Prozent. Analysten bewerteten die Resultate jedoch zurückhaltend. Die Baader Bank bezeichnete die Zahlen als schwächer als erwartet und sieht auch den Ausblick unter den Konsensschätzungen. Die Aktie fiel auf Tradegate zeitweise um gut 7 Prozent auf 72,90 Euro.
Die KWS SAAT Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,35 % und einem Kurs von 71,35EUR auf Lang & Schwarz (24. September 2026, 07:54 Uhr) gehandelt.
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