KI-Offensive: Avalara automatisiert Steuern, Huawei die Industrie
**Avalara und Huawei treiben KI-Integration in Steuerwesen und Industrie voran**
Avalara und Huawei haben neue Initiativen vorgestellt, mit denen sie den Einsatz künstlicher Intelligenz in geschäftskritischen Prozessen beschleunigen wollen. Während Avalara auf die Automatisierung von Steuer- und Compliance-Aufgaben setzt, konzentriert sich Huawei auf die Skalierung industrieller KI-Lösungen über ein erweitertes Partnernetzwerk.
Avalara präsentierte auf seiner Kunden- und Partnerkonferenz CRUSH den neuen Agenten-Hub „Avalara Aviator“. Die Plattform bündelt spezialisierte KI-Agenten, die komplexe Steuer- und Compliance-Workflows ausführen sollen. Ziel ist es, manuelle Arbeit, die bislang Tage beanspruchen kann, auf wenige Minuten zu verkürzen. Gleichzeitig sollen Unternehmen die Kontrolle über alle wesentlichen Entscheidungen behalten. Für jede Aktion wird ein prüfungssicherer Nachweis erstellt.
Im Zentrum steht der orchestrierende KI-Agent „Avi“, mit dem Nutzer in natürlicher Sprache interagieren. Er kann sogenannte Lead Agents für Recherche, Steuerbescheinigungen oder Steuererklärungen einbinden. Zu den zunächst verfügbaren Funktionen gehören die Zuordnung von Produkten zu Steuercodes, die Analyse von Transaktions- und Steuerschulddaten, die Prüfung von Steuerbefreiungsbescheinigungen sowie die automatische Erstellung von Steuermatrizen.
Ein Anwendungsbeispiel ist die Konfiguration neuer Steuerregeln. Nutzer können Anforderungen in Alltagssprache formulieren. Avi entwirft daraufhin eine Regel, simuliert deren Auswirkungen auf vergangene Transaktionen und weist auf mögliche Konflikte hin. Erst nach menschlicher Prüfung und Freigabe wird die Änderung aktiviert. Avalara will die Plattform bestehenden Kunden zunächst ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung stellen. Nach dem europäischen CRUSH-Event im kommenden Monat soll Aviator allgemein verfügbar werden.
Die Technologie basiert nach Angaben des Unternehmens auf mehr als 22 Jahren Compliance-Daten und soll nachvollziehbare, quellenbasierte Ergebnisse liefern. Künftige Ausbaustufen sehen unter anderem „Self-Healing“-Funktionen vor, mit denen Abweichungen erkannt und Korrekturen vorgeschlagen werden können.
Huawei wiederum stellte auf der HUAWEI CONNECT 2026 das Partnerunterstützungssystem „SCALE“ vor. Es soll Kunden und Partner dabei helfen, KI-Projekte vom Pilotvorhaben in den breiten industriellen Einsatz zu überführen. Das System adressiert die Bereiche Lösungsentwicklung, Integration, Bereitstellung, Betrieb und Zusammenarbeit.
Huawei bietet dafür szenariobasierte Basisprodukte, Referenzarchitekturen und Testumgebungen an. Partner haben laut Unternehmen bereits mehr als 100 Lösungen für acht Branchen entwickelt. Zudem stehen 48 Referenzarchitekturen, cloudbasierte Entwicklungswerkzeuge und gemeinsame Marketingprogramme zur Verfügung. Über Service- und Schulungsangebote wurden in den vergangenen drei Jahren mehr als 50.000 KI-Fachkräfte ausgebildet.
Beide Ankündigungen zeigen, dass sich der Wettbewerb im KI-Markt zunehmend auf die Einbettung in bestehende Geschäftsprozesse verlagert. Entscheidend sind dabei nicht nur leistungsfähige Modelle, sondern auch Datenqualität, Governance, Sicherheit und die menschliche Aufsicht.
Blei wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,18 % und einem Kurs von 1.854PKT auf Ariva Indikation (14. September 2026, 22:30 Uhr) gehandelt.
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