Freitag entscheidet alles
Bitcoin steht vor einem 15-Milliarden-US-Dollar-Showdown
Ein gewaltiger Optionsverfall trifft auf einen Bitcoin, der seit August mehr als 30 Prozent zugelegt hat. Kurzfristig droht Gegenwind – danach könnte sich der Druck abrupt lösen.
- 15 Milliarden Dollar Optionen verfallen am Freitag
- Bitcoin steht kurzfristig unter Verkaufsdruck
- Nach dem Verfall könnte die Rallye weiterlaufen
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Bitcoin steht vor einem der wichtigsten Termine am Derivatemarkt: Am Freitag verfallen auf Deribit Optionskontrakte im Volumen von rund 15 Milliarden US-Dollar (etwa 13,2 Milliarden Euro). Mehr als ein Drittel aller offenen Bitcoin-Optionen hängt an diesem Termin – und die Positionierung zeigt klar nach oben. Besonders viele Call-Optionen liegen bei 85.000, 90.000 und 100.000 US-Dollar.
Bitcoin selbst notiert aktuell bei rund 84.000 US-Dollar und damit deutlich über dem sogenannten Max-Pain-Niveau von 76.000 US-Dollar, bei dem die meisten Optionen wertlos verfallen würden. Genau daraus entsteht kurzfristig ein Spannungsfeld: Steigt Bitcoin in Richtung 90.000 bis 95.000 US-Dollar, könnten Händler beginnen zu verkaufen, um ihre Absicherungen anzupassen. Das könnte die Rallye bis zum Verfall am Freitag bremsen.
"Absicherungsaktivitäten könnten daher Kursanstiege bis zum Verfall dämpfen, und die Dynamik könnte wieder einsetzen, sobald diese Optionen verfallen oder auf den nächsten vierteljährlichen Verfallstag verlängert werden", sagte Caroline Mauron, Mitbegründerin von Orbit Markets, laut Bloomberg.
Der Termin trifft auf einen Markt, der bereits stark gestiegen ist: Seit Beginn der Erholung im August hat Bitcoin mehr als 30 Prozent zugelegt. Wie stark der Optionsmarkt eine Rallye zusätzlich antreiben kann, zeigte zuletzt der Bitcoin-ETF von BlackRock. Weil viele Wetten auf steigende Kurse aufgingen, mussten Händler zusätzliche Fondsanteile kaufen – und sorgten damit für weiteren Kaufdruck. Ein ähnlicher Effekt könnte nun auch bei Bitcoin entstehen, wenn der Kurs weiter steigt.
Der Optimismus reicht bereits deutlich über Freitag hinaus. Händler verschieben Positionen in Oktober und Dezember und setzen dort verstärkt auf Bitcoin-Kurse zwischen 95.000 und 100.000 US-Dollar. Einige langfristige Wetten reichen sogar bis 150.000 US-Dollar für März 2027.
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Trotzdem ist der Milliarden-Verfall kein automatisches Kaufsignal. Oliver Carding von Tesseract warnt davor, daraus eine eindeutige Richtung abzuleiten. Entscheidend sei vielmehr, wie sich Händler nach dem Verfall neu positionieren. Genau darin liegt der Reiz des Freitags: Kurzfristig könnte der Optionsmarkt Bitcoin ausbremsen – danach könnte sich zeigen, ob die nächste Etappe der Rallye tatsächlich beginnt.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

