US-Exportverbot?
Ölpreis stabilisiert sich, Diesel eskaliert auf Rekordhoch
Der Ölpreis der Sorte Brent gibt im frühen Handel am Donnerstag leicht nach. Für Europa bleibt die Lage trotzdem brenzlig: Der Dieselpreis eskaliert auf Rekordniveau.
- Brent gibt leicht nach, Diesel erreicht Rekordhoch
- Diesel-Crack-Spread steigt auf 87 Dollar je Barrel
- Iran und USA bleiben beim Streit über Hormus uneins
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Der Brent-Preis zeigt sich volatil im frühen Handel am Donnerstag. Druck übt auf den Ölmarkt derzeit der Dieselpreis aus, der auf ein Rekordhoch geschossen ist.
Der Diesel-Crack-Spread zeigt an, wie hoch die Nachfrage nach Diesel im Verhältnis zu Rohöl ist. Je höher der Spread, desto teurer ist Diesel im Vergleich zum Rohöl. Aktuell liegt der europäische Diesel-Crack-Spread bei rund 87 Dollar je Barrel. Am Mittwoch war er zeitweise sogar bei 95 Dollar – das war ein Rekordhoch.
Die US-Destillatvorräte, einschließlich Diesel und Heizöl, sanken letzte Woche um 428.000 Barrel auf 107,4 Millionen Barrel, wie Daten der Energy Information Administration zeigen.
Unterdessen stiegen die US-Rohölbestände in der vergangenen Woche um 3 Millionen Barrel auf 426,4 Millionen Barrel, obwohl von Reuters befragte Analysten mit einem Rückgang um 641.000 Barrel gerechnet hatten.
Iran und die Vereinigten Staaten sind weiterhin uneins darüber, wie der Krieg beendet werden kann. US-Außenminister Marco Rubio sagte am Mittwoch vor Reportern, dass ein Abkommen mit dem Iran harte Arbeit über einen längeren Zeitraum erfordern würde, und fügte hinzu, dass US-Präsident Donald Trump auch militärische Optionen habe.
Am Mittwoch hatte der iranische Sicherheitschef Mohsen Rezaei erklärt, die Straße von Hormus werde nicht wieder geöffnet, solange die Bedingungen des Irans nicht erfüllt seien.
Brent behält einen höheren geopolitischen und seestraßenbezogenen Aufschlag, weil internationales Rohöl direkter den Störungen im Nahen Osten und in Hormus ausgesetzt ist, während WTI mehr von einem relativ abgeschotteten US-Angebot profitiert.
Der Dieselexportstopp der USA gilt mutmaßlich für die nächsten 90 Tage, wie Politico am Mittwoch berichtete. Das Weiße Haus dementierte dies jedoch öffentlich.
US-Energieminister Chris Wright hatte am Mittwoch zuvor erklärt, ein Exportverbot für Dieselkraftstoff würde nicht funktionieren, obwohl Trump seine Unterstützung dafür zugesagt hatte.
Analysten und Marktbeobachter warnen davor, dass ein solcher Schritt wenig zur Senkung der hohen Energiepreise beitragen und die globale Versorgungslage verschärfen sowie die Wirtschaft weiter destabilisieren könnte.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion

