Könnte noch schlimmer kommen
Allianz-Aktie mit brutaler Entwicklung – gleich zwei Verkaufssignale auf einmal!
Hinter der Allianz-Aktie liegen zwei furchtbare Handelstage, die nicht nur zu empfindlichen Verlusten, sondern auch zu zwei Verkaufssignalen geführt haben.
- Allianz-Aktie sendet nun zwei Verkaufssignale
- Der Aufwärtstrend gerät nach dem Abverkauf in Gefahr
- Weitere Verluste drohen bei anhaltendem Druck
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Allianz-Aktie unter Druck: Verkaufssignale belasten
Die Allianz-Aktie gehörte in diesem Börsenjahr zu den fast unerschütterlichen Konstanten im deutschen Leitindex DAX. Der Münchner Versicherungskonzern profitiert von einer robusten Konjunktur, gestiegenen Leitzinsen und bislang ausbleibenden Großschäden trotz Hitzewelle, Waldbränden und drohendem Super-El-Nino.
Mit Ausnahme einer Kursschwäche im März erlaubten sich die Anteile fast keine Patzer. Im Gegenteil gelang der Aktie nach ihrem Ausbruch auf neue Rekordnotierungen im Juni ein Rekordlauf. Die Allianz eilte von einem Allzeithoch zum nächsten. Das hohe Momentum zog gleichzeitig immer neue Käuferinnen und Käufer an.
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Top-Bildung mündet in heftigen Abverkauf
Doch die Rekordserie ist gerissen. In den vergangenen Tagen handelte die Aktie mit für ihre Verhältnisse außergewöhnlich hohen Verlusten. Nach einem bereits schwachen Dienstag (-3,4 Prozent) verlor die Allianz am Mittwoch weitere 3,97 Prozent an Wert. Das hat aus charttechnischer Perspektive gravierende Folgen, auch wenn am Donnerstag eine Erholung angelaufen ist:
Der langfristige Aufwärtstrend gerät in Gefahr
Übergeordnet befindet sich die Allianz-Aktie in einem langfristigen Aufwärtstrend. Zwar kam es zwischen 2019 und 2023 zu einer mehrjährigen Seitwärtskonsolidierung, doch die globale Zinswende mit steigenden Anleiherenditen sorgten in der zweiten Jahreshälfte 2023 für einen Ausbruch auf neue Allzeithochs, welche eine andauernde Rallye einleiteten.
Auch in den vergangenen 12 Monaten performte die Allianz stark. Hier kam es zwar ebenfalls zu einer mehrmonatigen Seitwärtsphase, doch die konnte mit einem Ausbruch über 395 Euro im Juni zugunsten einer Rallyefortsetzung beendet werden. Zuvor versicherten sich die Käuferinnen und Käufer wiederholt der Unterstützung durch die 200-Tage-Linie sowie den Bereich um 370 Euro.
Das dürfte noch nicht alles gewesen sein
Seit Anfang Juli konnte der Rekordlauf technisch nicht mehr bestätigt werden. Zwar kletterte die Aktie weiter, doch in den technischen Indikatoren RSI und MACD hatten sich Trendwenden vollzogen. Damit lagen bearishe Divergenzen vor und die wiederholten Rekordnotierungen lieferten Fehlsignale – eine Entwicklung, die schließlich in eine Top-Bildung zwischen 440 und 455 Euro mündete.
Am Dienstag fiel die Allianz schließlich unter 440 Euro sowie die 50-Tage-Linie. Damit wurden erste wichtige Unterstützungen unterschritten und ein Verkaufssignal generiert. Das entlud sich schnell in noch höheren Verlusten, sodass die Aktie jetzt an einer Aufwärtstrendlinie angelangt ist. Sollte auch diese aufgegeben werden müssen, dürfte die Allianz vor einem Test von 395 Euro stehen.
Hier verläuft die Ausbruchsmarke aus dem Juni sowie die 200-Tage-Linie. Wird dieser Bereich also unterschritten, könnten die jüngsten Verluste in eine nachhaltige Trendwende münden.
Weitere Verluste sind jetzt wahrscheinlich
Die Gefahr, dass genau dieses Szenario eintritt, ist gegenwärtig hoch. Denn neben dem Unterschreiten der 50-Tage-Linie hat der Trendstärkeindikator MACD für ein zweites Verkaufssignal gesorgt. Dieser ist nicht nur unter seine (rote) Signallinie, sondern auch unter die Nulllinie gefallen, womit er bereits einen (kurzfristigen) Abwärtstrend der Aktie anzeigt.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) ist auf Tagesbasis zwar kurzfristig in den überverkauften Bereich gefallen, was zu einer technischen Gegenreaktion führen könnte. Doch auf Wochen- und Monatsbasis ist noch viel Platz nach unten, hier notiert die Allianz-Aktie mit Werten von 51 und 63,3 und damit auf Monatsbasis sogar noch im Stärke-Bereich.
Neue Kaufsignale sind für die Aktie jedoch schwer zu generieren, denn aufgrund der zuvor steilen Rallye müsste hierfür der Bereich um 440 Euro zurückerobert werden, wofür die stark eingetrübte technische Ausgangslage gegenwärtig aber nicht ausreichen dürfte. Anlegerinnen und Anleger sollten sich daher auf ein Anhalten der Verluste einstellen.

wallstreetONLINE RedaktionZieht den ganzen DAX runter
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Fazit: Systemische Risiken nehmen zu, Wachsamkeit gefordert
Der Nimbus der Allianz-Aktie, welche in diesem Jahr entscheidend zum Erfolg des deutschen Leitindex DAX beigetragen hat, ist vorerst dahin, denn das Papier hat mit den empfindlichen Verlusten der vergangenen Tage gleich zwei Verkaufssignale generiert, was zu einer signifikanten Eintrübung des Chartbilds geführt hat. Das dürfte sich jetzt in weiteren Verlusten niederschlagen.
Für zusätzlichen Verkaufsdruck sorgt der Abverkauf am Anleihenmarkt, der am Mittwoch insbesondere bei US-Anleihen einen neuen Höhepunkt erreicht hat. Die steigenden Anleiherenditen werden jetzt nicht mehr als Rückenwind betrachtet, sondern als Ausdruck von Buchwertverlusten im bestehenden Anleiheportfolio insbesondere von Tochter PIMCO.
Gleichzeitig befindet sich die gesamte Finanzbranche inzwischen in einem Abwärtstrend. Der Branchen-ETF Financial Sector Select hat gegenüber seinen Hochs bereits 10 Prozent eingebüßt. Das zeigt wachsenden Stress im Finanzsystem an – nicht zuletzt auch im Zusammenhang mit der Finanzierung des KI-Booms, so haben die Kosten für Kreditausfallversicherungen für SoftBank und Oracle jüngst den höchsten Stand seit vielen Jahren erreicht.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion


