Jetzt geht es ans Tafelsilber
Neue Firma steht – jetzt eskaliert der Streit um BioNTechs wertvollste Assets
Die neue Firma ist gegründet, das Team soll wachsen. Doch bevor Arife durchstarten kann, muss eine Frage geklärt werden, die für BioNTech richtig teuer werden könnte.
- BioNTech und Arife streiten über Patente
- Arife plant mRNA-Therapien und dreistellige Teams
- Rechteübertragung und Lizenzmodell bleiben offen
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Der geplante Neustart der BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci wird zum Konfliktfall. Nach Informationen des Handelsblatts steht der Deal zwischen BioNTech und ihrer neuen Firma auf der Kippe: Die Aufteilung von Vermögenswerten und Patenten verläuft demnach deutlich schwieriger und langwieriger als geplant, eine Einigung ist bislang nicht unterschrieben. Beteiligte schließen sogar einen vollständigen Abbruch der Verhandlungen nicht aus.
Dabei sind die Pläne für das neue Unternehmen inzwischen weit fortgeschritten. Die Firma heißt Arife, sitzt wie BioNTech in Mainz und ist als europäische Aktiengesellschaft eingetragen. Das Grundkapital beträgt derzeit 120.000 Euro. Geplant ist laut Handelsblatt eine Belegschaft im niedrigen dreistelligen Bereich. Sahin soll dafür auch Vertraute aus dem BioNTech-Team holen wollen; Listen möglicher Wechselkandidaten existieren dem Bericht zufolge bereits. Als Finanzchef ist Michael Maximilian Kring vorgesehen, der diese Funktion von 2009 bis 2014 bereits bei BioNTech innehatte.
Arife soll sich auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung pharmazeutischer Produkte konzentrieren, mit Schwerpunkt auf innovativen mRNA-Therapien. Genau hier liegt der heikle Punkt: Die Patente für die Wirkstoffkandidaten befinden sich derzeit bei BioNTech. Beide Seiten verhandeln noch darüber, wie diese Vermögenswerte und Rechte bewertet und aufgeteilt werden.
Nur im September: Depot eröffnen, 5 Trades ausführen, Depot übertragen – oder beides kombinieren.→ Jetzt teilnehmen
Geplant war bislang, dass BioNTech bestimmte Rechte und mRNA-Technologien in Arife einbringt. Im Gegenzug soll der Konzern eine Minderheitsbeteiligung erhalten und über Meilensteinzahlungen sowie Lizenzgebühren weiterverdienen. Die neue Gesellschaft würde einen Teil der frühen Forschung übernehmen und geeignete Wirkstoffe später zur klinischen Weiterentwicklung an BioNTech übergeben. Ob dieses Modell tatsächlich umgesetzt wird, ist nun offen.
Sahin und Türeci bleiben mit rund 16 Prozent der Aktien ohnehin eng an BioNTech gebunden. Gleichzeitig zeigt ihre Historie, dass sie neue Biotech-Projekte erfolgreich aufbauen können: Ihr erstes Unternehmen Ganymed Pharmaceuticals verkauften sie 2016 für mehr als 400 Millionen Euro an Astellas. Bei Arife ist die Ausgangslage jedoch komplizierter – denn diesmal entscheidet sich zunächst, welche Technologien und Patente die Gründer überhaupt mitnehmen dürfen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

