Buffett-Nachfolger am Ruder
Berkshire greift bei dieser Absturz-Aktie jetzt zu
Berkshire Hathaway hat eine fast zehnprozentige Beteiligung an einem Immobilienentwickler mit Sitz in Miami aufgebaut. Die Aktie des Unternehmens hat innerhalb eines Jahres rund 32 Prozent verloren.
Die Lennar-Aktie hat innerhalb eines Jahres mehr als 32 Prozent verloren. Unter Berkshire-Chef Greg Abel, dem Nachfolger von Warren Buffett, kauft die Beteiligungsgesellschaft jedoch weiterhin bei Lennar zu. Der US-Hausbauer wird so zur Milliardenwette – und das mitten in einer schwierigen Phase für den Immobilienmarkt.
Laut einer Meldung an die US-Börsenaufsicht SEC erwarb Berkshire an drei Handelstagen bis Montag knapp 2,7 Millionen A-Aktien. Damit hält der Konzern nun rund 23,7 Millionen Aktien im Wert von etwa 1,8 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommen rund 528.000 B-Aktien, die jeweils zehnmal so viele Stimmrechte haben. Die Beteiligung nähert sich damit zehn Prozent.
Am Dienstag stieg die Lennar-Aktie zeitweise um 6,6 Prozent auf 83,24 US-Dollar. Die Probleme des Hausbauunternehmens bleiben jedoch bestehen: Steigende Kreditzinsen erschweren den Kauf eines Eigenheims und bremsen die Nachfrage.
Der durchschnittliche Zins für US-Hypotheken mit 30 Jahren Laufzeit stieg laut Freddie Mac zuletzt auf 6,95 Prozent, nach 6,76 Prozent in der Vorwoche und 6,26 Prozent vor einem Jahr. Lennars Umsatz sank im dritten Geschäftsquartal von 8,81 auf 8,05 Milliarden US-Dollar. Bereinigt verdiente das Unternehmen 1,23 US-Dollar je Aktie und verfehlte damit die Analystenerwartung von 1,29 US-Dollar. Der ausgewiesene Gewinn je Aktie betrug 1,19 US-Dollar. Auch der Ausblick für das vierte Quartal blieb hinter den Erwartungen zurück.
Warum greift Berkshire trotzdem zu? CFRA-Analystin Catherine Seifert sieht darin eine klassische Value-Wette auf einen günstiger gewordenen Wert. Berkshire ist im Baugeschäft bereits stark vertreten. Im Juli übernahm der Konzern Taylor Morrison. Zum Firmenreich gehören außerdem Clayton Homes, der Farbenhersteller Benjamin Moore und der Baustoffhersteller Johns Manville.
Das Risiko bleibt greifbar. So senkte Lennar seine Prognose für die im gesamten Geschäftsjahr übergebenen Häuser von 82.000 bis 83.000 auf 80.000 bis 81.000 und hohe Hypothekenzinsen könnten die Erholung des US-Immobilienmarkts weiter verzögern.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
