Dotcom-Vibes
Beim S&P 500 erinnert gerade vieles an März 2000
Der S&P 500 steht nahe am Rekord. Doch unter der Oberfläche zeigt sich eine Konstellation, die zuletzt im März 2000 auftauchte.
- S&P 500 nahe Rekord, doch Marktbreite schwach
- 52 Prozent liegen unter der 200-Tage-Linie
- Wenige Tech-Schwergewichte tragen die Rallye
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Unter der Oberfläche der Wall Street zeigt sich ein Warnsignal, das zuletzt auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase zu sehen war. Am Dienstag notierte der S&P 500 nur 0,44 Prozent unter seinem Rekordschluss – gleichzeitig lagen 52 Prozent seiner rund 500 Mitglieder unter ihrer langfristigen 200-Tage-Linie. Laut Dow Jones Market Data gab es diese Kombination zuletzt am 27. März 2000, unmittelbar am Höhepunkt des damaligen Technologiebooms.
Am Mittwoch bekam schließlich auch der Index selbst einen Dämpfer. Der S&P 500 verlor 0,75 Prozent und schloss bei 7.706,03 Punkten. Der Nasdaq Composite fiel sogar 1,13 Prozent, während der Dow Jones 0,68 Prozent abgab. Steigende US-Anleiherenditen und wieder höhere Ölpreise belasteten den Handel.
Das eigentliche Problem liegt jedoch tiefer. Die jüngste Annäherung des S&P 500 an sein Rekordhoch wurde von einer immer kleineren Gruppe großer Technologie- und Halbleiterwerte getragen. Zuletzt gehörten dazu etwa Meta und Micron. Viele andere Aktien haben die Rallye längst nicht mehr mitgemacht.
Wie extrem die Kluft inzwischen ist, zeigt eine weitere Zahl: Rund 60 Prozent der Aktien im S&P 500 liegen mehr als 20 Prozent unter ihren jeweiligen Allzeithochs. Während der Index also nur knapp unter Rekordniveau stand, befindet sich ein großer Teil seiner Mitglieder gemessen an ihren eigenen Höchstständen bereits in einem Bärenmarkt.
"Ich stoße scheinbar jeden Tag auf eine Statistik, die wir 'seit 2000 nicht mehr gesehen haben'", sagte Jonathan Krinsky, technischer Stratege bei BTIG, gegenüber MarketWatch. Er warnt inzwischen vor einer dreifachen Belastung aus schwacher Marktbreite, steigenden Kreditaufschlägen und höheren Renditen von US-Staatsanleihen.
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Eine schmale Rallye bedeutet noch nicht automatisch, dass ein Crash bevorsteht. Sie macht den Markt aber anfälliger: Wenn wenige Schwergewichte einen immer größeren Teil der Indexgewinne liefern,
reicht Schwäche bei diesen Titeln aus, um den gesamten S&P 500 nach unten zu ziehen. Genau das macht den Vergleich mit dem März 2000 so heikel – nicht weil sich die Geschichte zwangsläufig
wiederholt, sondern weil der Rekordstand des Index derzeit deutlich mehr Stärke vermittelt als der Großteil seiner Aktien tatsächlich zeigt.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Zentralredaktion

