Neue Herbstprognose
Wachstums-Überraschung: Deutschland-Prognose mehr als verdoppelt!
Trotz Irankrieg und hoher Energiepreise heben die Wirtschaftsinstitute ihre Prognose für 2026 kräftig an. Was treibt die Erholung – und warum warnen die Ökonomen dennoch?
Die deutsche Wirtschaft soll im Jahr 2026 deutlich stärker wachsen als noch im Frühjahr erwartet. Führende Wirtschaftsinstitute rechnen nun mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,3 Prozent. Zuvor hatten sie lediglich 0,6 Prozent prognostiziert, womit die neue Vorhersage mehr als doppelt so hoch ausfällt.
Was steckt hinter dieser überraschenden Korrektur? Nach Einschätzung der Institute stützen gestiegene Exporte die Konjunktur. Hinzu kommen staatliche Ausgaben für Verteidigung, Infrastruktur und Klima. Auch der anhaltende Boom rund um Künstliche Intelligenz konnte der Wirtschaft zusätzliche Impulse geben.
Der Irankrieg hat Deutschland ebenfalls weniger stark getroffen als zunächst befürchtet. Höhere Energiepreise bremsen die Wirtschaft allerdings. Die gestiegenen Kosten für Kraftstoffe und Heizöl haben sich jedoch bislang kaum auf andere Verbraucherpreise ausgewirkt. Im Frühjahr hatten die Institute angesichts des Krieges noch vor einem Energiepreisschock gewarnt und ihre Prognose gesenkt.
Eine Entwarnung ist das jedoch nicht. Oliver Holtemöller vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle erklärte: "Die Wirtschaft hat sich robuster entwickelt als erwartet. Der Aufschwung steht jedoch auf einem schmalen Fundament, denn hohe Energiepreise und Strukturprobleme belasten".
Auch die weiteren Prognosen zeigen, wie verhalten der Aufschwung bleibt. Für 2027 erwarten die Institute ein Wachstum von 1,1 Prozent, für 2028 nur noch von 0,4 Prozent. Die Wirtschaft soll also weiter wachsen, allerdings zunehmend langsamer.
Die Zahlen stammen aus der Gemeinschaftsdiagnose. Diese wird zweimal jährlich im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt.
DAX korrigiert weiter
Der DAX ist am Donnerstag mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 25.284 Punkten gestartet. Anleger sorgen sich weiter über den hohen Ölpreis und steigende Anleiherenditen. Zwar drückten Hoffnungen auf
diplomatische Fortschritte im Iran-Krieg den Brent-Preis etwas, doch mit mehr als 100 US-Dollar je Barrel bleibt Öl teuer. Auch das Treffen von US-Präsident Donald Trump mit Chinas Staatschef Xi
Jinping hält die Märkte in Atem.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

