Joule statt Jammern
SAP baut sein KI-Angebot aus: Darum bleibt die Aktie für Analysten ein Top-Pick!
SAP hinkt an der Börse 2026 hinterher, das Papier liegt rund 9 Prozent im Minus. Die Bank of America rät trotzdem zum Kauf und setzt vor den Zahlen am 21. Oktober vor allem auf eines: die neue KI-Welt rund um Joule.
- SAP liegt 2026 zurück, bleibt dennoch Kaufkandidat
- Joule vernetzt KI-Agenten für Geschäftsprozesse
- Kunden testen noch, Cloud-Migration stützt das Wachstum
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Für die Analysten der US-Großbank Bank of America ist der Walldorfer Software-Riese SAP der Favorit unter den großen Softwarewerten für 2026. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, wie schnell SAP seine KI-Produkte an die Kunden bringt und damit Geld verdient.
Das Angebot ist inzwischen breit aufgestellt. Zentrale Oberfläche soll Joule Work werden: ein Arbeitsbereich, der erkennt, was der Nutzer erreichen will, passende Informationen liefert und die nötigen KI-Agenten anstößt, auch über ausgewählte Fremdanwendungen hinweg.
Darunter arbeiten sogenannte Joule Assistants für Finanzen, Einkauf, Lieferkette, Personal und Kundenservice. Sie verteilen Aufgaben an spezialisierte Agenten, die Probleme erkennen, Vorschläge machen oder ganze Prozessschritte selbst erledigen. Mit Joule Studio können Kunden eigene Agenten bauen, für Berater und Entwickler gibt es eigene Joule-Varianten.
Im Unterbau stecken weitere Bausteine. Der SAP Knowledge Graph verknüpft Daten mit ihrem geschäftlichen Umfeld: Eine überfällige Rechnung erscheint dann samt Kundenhistorie, Vertragsbedingungen und zuständigem Mitarbeiter. Document AI liest Rechnungen und Bestellungen aus, dazu kommen eigene Modelle für Prognosen und für die Programmiersprache ABAP.
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Der Haken: Viele Kunden testen noch. Eine Umfrage der Bank unter 325 IT-Chefs zeigt zwar wachsendes Interesse, die Monetarisierung steht aber noch am Anfang, weil Unternehmen den Nutzen erst prüfen. Rückenwind liefert die Cloud-Migration, denn 60 Prozent der ERP-Kunden arbeiten noch mit lokalen Systemen. Der Höhepunkt der Umstellung auf S/4 wird 2027 erwartet.
Für das dritte Quartal rechnen die Analysten mit einem Plus beim Cloud-Auftragsbestand von 24,7 Prozent. Das operative Ergebnis soll um 14 Prozent zulegen, nachdem es im zweiten Quartal mit neun Prozent Plus noch enttäuscht hatte.
Die Experte von BofA Research sehen das Kursziel für die deutsche Tech-Aktie bei 226 Euro, das liegt zwar 24 Prozent über dem aktuellen Niveau aber immer noch unter dem 12-Monatshoch, das mit 244 Euro im Oktober 2025 erreicht wurde.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die SAP Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,17 % und einem Kurs von 183,1EUR auf Tradegate (24. September 2026, 12:17 Uhr) gehandelt.
