There Xi comes
Roter Teppich, kleine Schritte: Trump und China kaufen sich Zeit
Erstmals seit fast zehn Jahren empfängt Donald Trump Xi Jinping im Weißen Haus. Große Würfe gelten als unwahrscheinlich, doch für Boeing, Chiphersteller und Agrarkonzerne steht beim Gipfel eine ganze Menge auf dem Spiel.
- Trump empfängt Xi erstmals seit fast zehn Jahren
- Großer Durchbruch bleibt trotz Handelsfrieden aus
- Boeing, Chipkonzerne und Agrarkonzerne betroffen
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Donald Trump ließ es sich nicht nehmen: Persönlich empfing der US-Präsident seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping am Mittwochabend auf der Joint Base Andrews. Eine seltene Geste, die zeigen soll, wie viel Washington an den Beziehungen liegt.
Am Donnerstag betritt Xi erstmals seit fast einem Jahrzehnt das Weiße Haus, begleitet von knapp 480 Soldaten und dem Überflug eines B-2-Bombers und vier F-22-Jets. Danach beginnen die Gespräche, der Besuch dauert bis Freitag.
Kurz zuvor verkündeten die USA eine Verlängerung des Handelsfriedens, der weitere Zollerhöhungen begrenzt und Lieferungen seltener Erden aus China sichert. Große Durchbrüche erwartet dennoch kaum jemand, zu tief sind die Gräben bei Technologie, Iran-Krieg und Taiwan. Experten erwarten stattdessen, dass beide Seiten sich nur Zeit bis zu den Treffen bei APEC und G20 kaufen werden.
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Beim Thema KI hatte Finanzminister Scott Bessent einen "Benachrichtigungsmechanismus" ins Spiel gebracht. Wie der aussehen soll, ist offen, Peking schweigt bislang. James Lewis vom Center for European Policy Analysis spricht gegenüber Yahoo Finance von symbolischen Versprechen ohne Substanz, da keine Seite der anderen traue. Eine echte Hotline sei nicht in Sicht. Trotzdem gilt der lockere Austausch als wahrscheinlichste KI-Einigung des Gipfels.
An der Börse schaut man vor allem auf Boeing. Die Hoffnung auf neue Großaufträge schwindet. Laut Insidern will der Konzern nun den im Mai vereinbarten Kauf von 200 Maschinen festzurren. Der vorläufige Deal war beim letzten Gipfel in Peking entstanden und brachte Boeing zurück ins Rennen.
Im Frühjahr war noch von bis zu 500 Jets die Rede. Seit 2017 war Boeing in China praktisch außen vor, Airbus baute derweil Marktanteile aus. Dabei dürfte China bis 2045 rund 9.000 Flugzeuge ordern, mehr als jede andere Region.
Im Blick bleiben zudem Nvidia, AMD und Micron, wo Exportkontrollen der heikelste Punkt sind. Ford und General Motors achten auf Zölle, ExxonMobil, Chevron und ADM auf Ölpreise und Chinas Sojakäufe.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion

