Anleger in Aufruhr
Gold, Silber oder Kupfer? Bei einem Metall bahnt sich eine gewaltige Rallye an
Während die Edelmetalle nach um einen Boden und Stabilität ringen, jagen einzelne Industriemetalle von Rekord zu Rekord – und eines sticht dabei besonders heraus.
- Kupfer bereitet Ausbruch über sieben US-Dollar vor
- Fragile Minenversorgung treibt den Kupferpreis
- US-Importe leeren globale Kupferlager weiter
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Aktuelle Kupferpreisentwicklung: Kupfer bereitet Ausbruch und Rallye vor
Gold rutscht unter die 4.300 US-Dollar. Silber läuft Gefahr, auf 60 US-Dollar zurückzufallen. Es bleibt dabei: Während die Edelmetalle um Aufwärtsmomentum ringen, spielt die Musik gegenwärtig bei den Industriemetallen. Das verdeutlicht nicht zuletzt die imposante Zinkrallye. Der Kupferpreis (COMEX) entwickelte sich in den letzten Wochen ebenfalls prächtig. Einzig der Sprung über die 7 US-Dollar blieb dem Industriemetall bislang verwehrt. Aber was nicht ist, kann bekanntlich noch werden.
Kupfer: Fragile Angebotsseite als treibende Kraft
Bereits in der letzten Kupfer-Kommentierung an dieser Stelle wurde die fragile Angebotsseite thematisiert. Damals waren es die zurückgeschraubten Produktionsplanungen von Zijin Mining und Ivanhoe Mines, die beide den wichtige Kamoa-Kakula-Komplex in der Demokratischen Republik Kongo betreiben. Und auch die staatliche Kupferkommission Chiles formulierte ihre Erwartungen hinsichtlich der chilenischen Kupferproduktion im Jahr 2026 vorsichtig und erwartet ein Produktionsniveau, das deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegt.
Die schlechten Nachrichten wollen nicht abreißen. BHP gab kürzlich bekannt, die gewaltige Escondida-Mine in Chile aufgrund eines tödlichen Arbeitsunfalls zu stoppen. Wie lange der Stopp andauern wird und wie groß das Ausmaß der Produktionsbeeinträchtigung sein wird, bleibt noch abzuwarten. Die Lage könnte sich zudem weiter verschärfen, denn seit geraumer Zeit schwelen latente Streikabsichten der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter auf Escondida.
USA saugen globalen Kupfermarkt leer
Die Stärke des Kupferpreises speziell an der COMEX ist maßgeblich auf die Aktivitäten US-amerikanischer Akteure zurückzuführen. Die Angst vor einer Ausweitung der US-Importzölle auf Kupfer sorgt für Aktionismus. Salopp formuliert wird alles, was nach Kupfer aussieht und sich außerhalb der USA befindet, aufgekauft und ins Land verschifft. Entsprechend steigen die Kupferlagerbestände an der COMEX kontinuierlich an, ohne dass es negative Effekte auf den Kupferpreis gibt. Die Bestände an der LME scheinen hingegen den Höhepunkt ihrer jüngsten Erholung bereits überschritten zu haben. Sie sanken zuletzt. Trotz der letzten Erholung notieren die Bestände an der LME unverändert auf vergleichsweise niedrigem Niveau.
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Aktuelle Daten der ICSG
Der Kupfermarkt ist aktuell offenkundig noch recht gut versorgt. So wies die ICSG (International Copper Study Group) für die Monate Januar bis Juli den Überschuss mit 32.000 Tonnen Kupfer aus. Im gleichen Zeitraum 2025 waren es noch 157.000 Tonnen. Insbesondere die Monate Juni und Juli waren aber stark defizitär. Weiterhin steht die aktuelle Überschusssituation im Gegensatz zum mittelfristig erwarteten Defizit, denn mittelfristig ist nicht nur aufgrund des KI-Booms mit einem deutlichen Anstieg des Kupferverbrauchs zu rechnen.
Fazit: Bei Kupfer bahnt sich eine gewaltige Rallye an
Der Kupferpreis zerrt vehement an seinen Ketten. Der Preisbereich von 6,7 / 6,9 US-Dollar limitiert das Industriemetall jedoch nach wie vor. Ein Ausbruch über die 6,9 US-Dollar idealerweise über die 7 US-Dollar muss her, um die Ketten zu sprengen und dem Kupferpreis den Weg in Richtung 7,5 US-Dollar bzw. 8 US-Dollar zu ebnen. Rücksetzer sollten hingegen auf 6,2 US-Dollar begrenzt bleiben, um das bullische Szenario nicht zu gefährden.
Als Zünglein an der Waage könnte sich der US-Dollar erweisen. Aktuell prosperiert der Greenback dank haussierender Ölpreise und anziehender Renditen der US-Staatsanleihen. Doch insbesondere bei den Anleiherenditen ist eine massive Überhitzung auszumachen. Sollte es hier zu einer Korrektur kommen, könnte das den Greenback erheblich schwächen. Ein solches Szenario würde den Edel- und Industriemetallen wiederum einen kräftigen Schub geben. Allerdings würde eine anhaltende US-Dollar-Stärke die Aufwärtsdynamik von Kupfer zumindest bremsen.
Autor: Marcel Torney, freier Redakteur, Rohstoffexperte
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