Unix AI greift nach der Börse
460 % am ersten Tag: Folgt jetzt der nächste Roboter-Rausch aus China?
Chinas Roboterbauer Unix AI putzt Hotelzimmer in Singapur und Indien und plant den Börsengang. Konkurrent Unitree legte zum Start 460 Prozent hin, dann halbierte sich der Kurs. Was bedeutet das für den Neuling?
- Unix AI plant Börsengang und wächst im Ausland
- Roboter reinigen Hotels und helfen im Einzelhandel
- Unitrees Kurs zeigt Risiken der Roboter-Euphorie
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Der nächste chinesische Roboterbauer drängt aufs Parkett. Unix AI, ein Hersteller humanoider Roboter, strebt einen Börsengang an. "Wir planen in Zukunft einen Börsengang", sagte Gründer und Vorstandschef Fengyu Yang gegenüber CNBC. Einen konkreten Termin nannte er nicht. Der Schritt hänge vom Marktumfeld und den gesetzlichen Rahmenbedingungen ab.
Vor allem hängt es davon ab, wie unsere Roboter derzeit in der Praxis eingesetzt werden.
Unix AI wurde 2024 gegründet und sitzt im chinesischen Suzhou. China bleibe der größte Absatzmarkt für humanoide Roboter, sagte Yang. Seit Jahresbeginn wachse das Unternehmen aber auch in Singapur und Indien rasant. Dort reinigen die Maschinen Hotelzimmer oder packen im Einzelhandel mit an.
Wir sind recht optimistisch, was unsere Roboter betrifft, die wir derzeit im Ausland verkaufen.
Treue Kunden tragen das Geschäft: Mehr als 50 Prozent aller Aufträge stammen laut Yang aus Verlängerungen und Nachbestellungen. Nach Angaben des Datendienstes Dealroom sammelte Unix AI Ende 2025 rund 300 Millionen Yuan ein, umgerechnet gut 40 Millionen US-Dollar. Monatlich liefert das Start-up demnach rund 100 Roboter aus.
Die US-amerikanischen Exportbeschränkungen für Chips fürchtet Yang kaum. Seine Roboter verarbeiten Daten direkt vor Ort, statt sie in ferne Rechenzentren zu schicken. Fachleute sprechen von Edge-Computing. Diese Rechenleistung unterliege "derzeit keinen Beschränkungen", sagte Yang.
Unitree zeigt Chancen und Risiken
Wie groß der Hunger nach Roboteraktien ist, bewies im August der Konkurrent Unitree. Der Hersteller aus Hangzhou sammelte an der Shanghaier Technologiebörse STAR Market rund 6,1 Milliarden Yuan ein. Am ersten Handelstag schoss die Aktie um 460 Prozent nach oben.
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Der Rausch hielt nicht lange. Anfang September hatte sich der Kurs vom Höchststand bei 1.100 Yuan bereits halbiert. Laut dem Fachportal The Robot Report kostet die Aktie trotzdem noch rund das 125-Fache des Umsatzes von 2025. Unitree setzte im vergangenen Jahr 1,7 Milliarden Yuan (223 Millionen Euro) um und verdiente 278 Millionen Yuan (36,4 Millionen Euro).
Zudem haben Chinas Aufsichtsbehörden die Hürden für Börsenkandidaten aus der Branche laut The Robot Report informell angehoben. Gefragt seien wiederkehrende Umsätze, ein Weg in die Gewinnzone oder echte technologische Durchbrüche.
Fazit
Direkt investieren lässt sich in Unix AI noch nicht. Für die Branche ist Yangs Ankündigung trotzdem ein Signal: Chinas Roboterbauer drängen ins Ausland und an die Börse. Das Beispiel Unitree zeigt aber, wie schnell die Euphorie verfliegt. Gewinnen werden die Hersteller, die ihre Roboter aus den Messehallen in den Alltag bringen und damit dauerhaft Geld verdienen. Unix AI punktet mit vielen Nachbestellungen. Den Beweis vor Anlegerinnen und Anlegern muss das Start-up aber erst noch antreten.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
Der Unitree Robotics Ecosystem Index (Net Total Return) wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,53 % und einem Kurs von 114,5PKT auf Stuttgart (24. September 2026, 15:53 Uhr) gehandelt.

