Iran-Deal voraus?
Ölpreis fällt: Plötzlich Hoffnung auf Ende des Iran-Krieges
Die Ölpreise geben nach. USA und Iran sprechen über eine Lösung für die Straße von Hormus. Doch der Vorschlag kommt bekannt vor. Warum eine Einigung keineswegs sicher ist.
Die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Iran-Konflikt drückt die Ölpreise. Brent und US-Öl WTI gaben am Freitag nach. Die Rohölsorte Brent liegt am Freitagmorgen mehr als 0,8 Prozent im Minus. Ein Barrel (159 Liter) kostet aktuell 105,72 US-Dollar. Die Sorte West Texas Intermediate (WTI) notiert mit 93,06 US-Dollar je Barrel sogar mehr als 1,6 Prozent im Minus (Stand: 07:00 Uhr MESZ).
Wie CNBC berichtet, verhandeln Unterhändler der USA und des Irans in New York über ein stufenweises Abkommen, das die Konfrontation am Persischen Golf beenden soll. Das nährt die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Kriegs mit dem Iran.
Im Mittelpunkt steht die Straße von Hormus: Teheran könnte die Schifffahrt durch die Meerenge wieder zulassen, wenn Washington im Gegenzug seine Seeblockade beendet. Einem Reuters-Bericht zufolge hält ein hochrangiger iranischer Vertreter diesen Tausch für den realistischsten Weg aus der Krise. Ein neues Abkommen wurde bislang nicht gemeldet.
Der Vorschlag hat jedoch eine brisante Vorgeschichte. Bereits am 17. Juni hatten sich beide Länder in einer Absichtserklärung auf denselben Ansatz verständigt. Die Vereinbarung brach jedoch rasch zusammen und die Kämpfe flammten erneut auf. Was die aktuellen Gespräche von dem gescheiterten Versuch unterscheidet, ist unklar.
Irans Präsident Masoud Pezeshkian drängt laut Medienberichten auf eine Rückkehr zur Absichtserklärung, noch bevor in den USA die Zwischenwahlen stattfinden. David Morrison, Marktanalyst bei Trade Nation, verweist zugleich auf die Sorgen der Anleger über anhaltende Inflation, hohe Energiepreise und scharfe Äußerungen der USA und Irans bei der UN-Generalversammlung. Damit steht die Hoffnung auf eine Öffnung der Straße von Hormus einem erheblichen politischen Risiko gegenüber.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion

