4,55 % zuverlässige Rendite
Trotz Preiserhöhungen: Der Absturz dieses Dividendenkönigs geht weiter!
Dividendenkönig PepsiCo leidet unter hohen Produktkosten und schwacher Verbrauchernachfrage. Jetzt sollen Preiserhöhungen die Gewinnmargen stärken.
- PepsiCo kämpft mit Kosten und schwacher Nachfrage
- Preiserhöhungen sollen die Gewinnmargen stärken
- Anleger zweifeln trotz günstiger Bewertung weiter
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Dividendenwerte aus der Konsumgüterbranche geraten ins Wanken
Konsumgüterkonzerne kämpfen seit geraumer Zeit mit einer Doppelbelastung. Während hohe Lebenshaltungskosten die Nachfrage dämpfen, sind Input- und Produktkosten stark gestiegen. Das bringt die Unternehmen in eine schwierige Situation was die Preisstrategie betrifft.
Werden Preise angehoben, wirkt das zwar den gestiegenen Kosten entgegen, gleichzeitig drohen Marktanteilsverluste, weil einkommensschwächere Kundengruppen dadurch ausgepreist werden. In diese Falle ist vor allem McDonald's getappt. Der Dividendenaristokrat kämpft deshalb inzwischen mit einer hartnäckigen Wachstumsschwäche und dem Verfall seiner Aktie.
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Coca-Cola-Rivale PepsiCo ringt um die richtige Preisstrategie
Doch selbst deutlich gestandenere Unternehmen, wie der Dividendenkönig PepsiCo (53 Jahre ununterbrochene Anhebungen), ringen um eine geeignete Strategie, der Doppelbelastung zu begegnen. Noch im Februar hat der Hersteller von Softgetränken und Snacks die Preise von Kernmarken im Snackgeschäft um bis zu 15 Prozent gesenkt, um Marktanteile zurückzugewinnen und vor der Fußball-Weltmeisterschaft die Nachfrage wiederzubeleben.
Damit gelang dem Unternehmen in den beiden zurückliegenden Quartalen zwar Umsatzsteigerungen von 6,4 und 8,5 Prozent und damit so viel wie seit 3 Jahren nicht mehr, doch der Gewinn konnte gegenüber den Vergleichsquartalen ein Jahr zuvor nur geringfügig gesteigert werden.
Um seine Margen in einem Umfeld gestiegener Agrarrohstoff- und Energiepreise zu schützen, hat sich PepsiCo daher jetzt dazu entschieden, seine Preise wieder anzuheben, wie der Finanznachrichtendienstleister Bloomberg am Donnerstag berichtet hat.
Erst Preissenkungen, jetzt weitere Erhöhungen
Unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen sollen die Preise für Snacks der Marken Doritos, Ruffles und SunChips im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich angehoben werden. Damit würde ein Teil der Senkungen im Februar rückabgewickelt werden. Geplant ist die Maßnahme für das Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres.
Auch die Preise für Softdrinks könnten dem Bloomberg-Bericht zufolge angehoben werden. Für Soßen- und Dip-Produkte hat PepsiCo seine Verkaufspreise bereits erhöht. Ein Unternehmensvertreter erklärte auf Anfrage des Nachrichtendienstleisters jedoch, man werde bei allen Preisen unter dem Niveau von vor den letzten Senkungen bleiben und den Fokus weiter auf Erschwinglichkeit richten.
Investoren skeptisch, Abverkauf der Branche hält an
Vom Hin und Her bei der Preisstrategie zeigten sich Anlegerinnen und Anlegern am Donnerstag nicht überzeugt. Die Aktie büßte 1,6 Prozent ein und fiel weiter unter die psychologisch wichtige Marke von 130 US-Dollar zurück. Gibt sie nur wenig mehr nach, droht der niedrigste Stand seit Juni 2020.
Solche Mehrjahrestiefs gelten in der technischen Analyse als Verkaufssignale. Zusätzlich belastet wird PepsiCo außerdem durch den unaufhaltsamen Anstieg der Anleiherenditen. Die bieten inzwischen selbst gegenüber Aktien mit hoher Dividende eine echte Alternative.
Auch andere Softdrink- und Snackhersteller gerieten am Donnerstag unter Druck. Für Monster Beverage, Keurig Dr Pepper und General Mills ging es um jeweils 2,8 Prozent bergab, der mexikanische Abfüller FEMSA büßte 1,7 Prozent ein. Das zeigt den anhaltend hohen Verkaufsdruck in der Branche, für die Investoren aktuell nur wenige Perspektiven sehen.

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Fazit: Bewertung und Dividende attraktiv, aber Zweifel bleiben
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung steht bei PepsiCo nach den seit März anhaltenden Kursverlusten ein KGVe 2026 von 15,2 zu Buche. Das liegt nicht nur deutlich unter dem 5-Jahres-Mittel von 21,6, sondern auch weit unter dem Gewinnvielfachen von Mitbewerber Coca-Cola, für den eine KGVe 2026 von 26,7 fällig wird. Auch bei der Dividendenrendite hat PepsiCo mit 4,55 Prozent die Nase vorne – Coca-Cola bietet gegenwärtig nur 2,4 Prozent. Auch bei anderen Kennziffern hat PepsiCo deutlich mehr fürs Geld zu bieten. Insgesamt liegt hier gegenüber der historischen Norm eine Abweichung von rund 30 Prozent vor, was auf massives Aufholpotenzial hindeutet.
Damit dieses aber auch abgerufen werden kann, muss PepsiCo beweisen, mit seiner Preispolitik Erfolg und einen "Sweet Spot" gefunden zu haben, an dem Kundinnen und Kunden weiter zugreifen und gleichzeitig die Margen gestärkt werden. Gelingt das nicht und das Unternehmen preist seine Käuferinnen und Käufer aus, droht das gleiche Schicksal wie bei McDonald's – Status als Dividendenkönig hin oder her.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

