Renditen auf 19-Jahres-Hoch

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    Anleihe-Beben erschüttert die Börsen: Nur 7 Aktien halten noch mit

    Die Renditen der US-Staatsanleihen steigen auf den höchsten Stand seit 19 Jahren. Öl kostet über 100 US-Dollar. Der DAX tritt auf der Stelle. Und an der Wall Street bröckelt ein Fundament, das kaum jemand sieht.

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    Renditen auf 19-Jahres-Hoch - Anleihe-Beben erschüttert die Börsen: Nur 7 Aktien halten noch mit

    Der Ausverkauf am Anleihemarkt hält die Börsen weltweit in Atem. Wegen Inflationssorgen und klammer Staatshaushalte verlangen Anlegerinnen und Anleger für langlaufende Staatsanleihen immer höhere Renditen. Das verteuert Kredite und setzt die hohen Aktienbewertungen unter Druck.

    Anleihen: Renditen auf Mehrjahreshochs

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    Binnen zwei Tagen sprang die Rendite zehnjähriger US-amerikanischer Staatsanleihen um 20 Basispunkte auf 5,23 Prozent. So hoch lag sie seit 19 Jahren nicht mehr. Dreißigjährige Papiere rentierten mit 5,50 Prozent so hoch wie seit 2004 nicht mehr. Die Hypothekenzinsen in den Vereinigten Staaten stiegen auf sieben Prozent und lähmen den Immobilienmarkt. In Japan kletterte die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen auf 3,12 Prozent, den höchsten Stand seit 1996.

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    "Die weltweiten Anleihemärkte schreien laut, und dies zu ignorieren könnte sich als sehr kostspielig erweisen", warnt Nigel Green, Chef der Finanzberatung deVere Group. Sobald risikofreie Zinsen in der größten Volkswirtschaft der Welt über fünf Prozent lägen, müsse jede Anlage ihren Preis daran messen lassen.

    Notenbanken: Die Zinswende macht Schule

    Die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) hatte in der vergangenen Woche erstmals seit mehr als drei Jahren die Zinsen angehoben. Für einen weiteren Schritt im Oktober sehen die Terminmärkte nun eine Wahrscheinlichkeit von 71 Prozent. Zu Wochenbeginn waren es noch 53 Prozent. Insgesamt preisen sie mehr als 90 Basispunkte zusätzliche Straffung ein, also fast vier weitere Erhöhungen. Andere Notenbanken ziehen mit. Norwegen erhöhte am Donnerstag die Zinsen. Schweden stellt einen Schritt bis zum Jahresende in Aussicht.

    Öl: Raketen treiben den Preis

    Den Brandbeschleuniger liefert der Ölpreis. Über Nacht sprang die Nordseesorte Brent um drei Prozent, nachdem die Huthi-Miliz Saudi-Arabien mit Raketen angegriffen hatte. Am Freitag gab der Preis um 0,8 Prozent auf 105,75 US-Dollar je Barrel nach. Hoffnung macht nur, dass die Vereinigten Staaten und der Iran Berichten zufolge eine schrittweise Öffnung der Straße von Hormus prüfen.

    US-Dollar: Höchster Stand seit Juli

    Die Aussicht auf höhere Zinsen stützt den US-Dollar. Gegenüber einem Korb wichtiger Währungen legte er in dieser Woche um ein Prozent auf 101,25 Punkte zu, den höchsten Stand seit Ende Juli. Der Euro kostete zuletzt 1,1370 US-Dollar und verlor binnen zweieinhalb Wochen gut zweieinhalb Cent. Das helfe dem deutschen Export auf die Sprünge, sagt Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank.

    Asien: Feiertag bremst den Handel

    In Asien blieb es ruhig, denn Festlandchina, Taiwan und Südkorea hatten wegen eines Feiertags geschlossen. Der japanische Nikkei gewann ein Prozent. In Australien gaben die rohstofflastigen Werte 0,6 Prozent nach, der Hang Seng in Hongkong verlor ein Prozent. Kaum Impulse liefert der Besuch von Chinas Präsident Xi Jinping in Washington. Durchbrüche bei Handel, Taiwan oder dem Iran-Krieg zeichnen sich nicht ab.

    DAX: Gefangen in der Handelsspanne

    Der DAX schloss am Donnerstag 0,6 Prozent tiefer bei 25.267 Punkten. Stanzl sieht erste Entspannung. Die Anleihen stabilisierten sich etwas, weil die Ölpreise zurückkämen. "Das ist aber nur eine Momentaufnahme, die sich schnell wieder ändern kann." Der Leitindex pendle in einer Handelsspanne gut fünf Prozent unter seinem Rekordhoch von Ende August. Obwohl sich die Konjunkturprognosen für Deutschland aufhellten, bleibe der DAX hinter der Wall Street abgeschlagen.

    Wall Street: Die Rallye wird dünner

    Dort bröckelt nach Einschätzung von Stanzl allerdings das Fundament. Zwar überschritt der Chipkonzern AMD in dieser Woche erstmals einen Börsenwert von einer Billion US-Dollar. Doch nur noch 30 Prozent der Aktien im S&P 500 notieren über ihrer 50-Tage-Linie, halb so viele wie vor drei Wochen. Als der Index am Montag ein Rekordhoch erreichte, zogen nur sieben Aktien mit. Viermal so viele markierten neue Jahrestiefs.

    Gold: Der US-Dollar drückt

    Gold leidet unter dem starken Dollar und den steigenden Renditen. Die Feinunze verbilligte sich am Freitag auf 4.270 US-Dollar und steuert auf einen Wochenverlust von mehr als zwei Prozent zu. "Wenn die Märkte beginnen, eine deutlich restriktivere Notenbank einzupreisen, stärkt dies den Dollar und wirkt sich negativ auf Gold aus", sagt Kelvin Wong, Marktanalyst beim Devisenhändler OANDA.

    Fazit

    Die Anleiherenditen geben derzeit an allen Märkten den Takt vor. Solange Öl teuer bleibt und die Notenbanken straffen, drohen Rückschläge bei Aktien und Gold. Stanzl erinnert an den Präsidentschaftszyklus: Vor den Zwischenwahlen im November kommt es im Schnitt zu einer Korrektur. Danach folgten historisch die besten zwölf Monate des Vierjahreszyklus. Wer investiert ist, sollte Schwankungen einplanen. Wer Geld an der Seitenlinie hat, könnte Rücksetzer schrittweise zum Einstieg nutzen.

    Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion



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    Verfasst vonRedakteurNicolas Ebert
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