Rekordzahlen in Japan
Oracle-Mutter mit Problemen – doch in Japan explodiert die Aktie
Während die Oracle-Aktie in den USA von neuen Sorgen um ein milliardenschweres KI-Rechenzentrum belastet wird, zeigt sich in Japan ein völlig anderes Bild.
- Oracle Japan meldet Rekordzahlen und Kursplus
- Cloud-Geschäft treibt Wachstum in Tokio und Osaka
- US-Mutter unter Druck wegen Stromproblemen
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Die Aktie von Oracle Japan schoss am Freitag um 7,52 Prozent nach oben, nachdem die Tochter Rekordzahlen für das erste Geschäftsquartal vorgelegt hatte.
Oracle Japan meldet Rekordquartal
Oracle Japan steigerte den Umsatz im Zeitraum von Juni bis August gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent auf 74,86 Milliarden Yen (472 Millionen US-Dollar). Noch stärker entwickelte sich die Profitabilität. Der operative Gewinn sprang um 22,7 Prozent auf 25,92 Milliarden Yen, der Nettogewinn legte um 23,2 Prozent auf 18,25 Milliarden Yen zu.
Angetrieben wurde das Wachstum vor allem vom Cloud-Geschäft. Die steigende Nachfrage nach Cloud-Infrastruktur sorgte für eine höhere Auslastung der Rechenzentren in Tokio und Osaka. Gleichzeitig will Oracle sein Angebot für sogenannte Sovereign Clouds sowie seine KI-Lösungen in Japan weiter ausbauen.
Der Konzern hatte bereits 2024 angekündigt, innerhalb von zehn Jahren mehr als acht Milliarden US-Dollar in seine Cloud- und KI-Infrastruktur in Japan zu investieren. Die Strategie scheint zunehmend Früchte zu tragen.
Ganz anderes Bild beim Mutterkonzern
Während Anleger in Tokio die Zahlen feierten, geriet die US-Mutter unter Druck. Die Oracle-Aktie verlor am Donnerstag 3,47 Prozent und schloss damit bei 139,53 US-Dollar. Auslöser waren neue Sorgen um das gigantische "Project Jupiter“ in New Mexico.

wallstreetONLINE RedaktionAktie im Sturzflug
Oracle-Aktie crasht: Geht dem Konzern das Geld aus?
Oracle verschickte eine sogenannte "Force-Majeure"-Mitteilung an eine Einheit von Blue Owl Capital, die das Rechenzentrum entwickelt. Hintergrund sind mögliche Verzögerungen bei der Sicherstellung der notwendigen Stromversorgung. Laut Reuters könnte sich das Projekt dadurch um rund ein Jahr verzögern.
Für Oracle geht es dabei um viel Geld. Project Jupiter soll auf rund 566 Hektar entstehen und Rechenkapazitäten für OpenAI bereitstellen. Für das Projekt wurden Kredite von 18 Milliarden US-Dollar aufgenommen. Blue Owl hat zudem rund drei Milliarden US-Dollar Eigenkapital investiert.
KI-Boom trifft auf ein Stromproblem
Der Fall rückt ein zunehmend wichtiges Problem des KI-Booms in den Mittelpunkt. Milliardeninvestitionen in Chips und Rechenzentren reichen allein nicht aus. Die Anlagen benötigen enorme Mengen Strom, während Netzanschlüsse, Kraftwerke und andere Infrastruktur nicht immer mit dem rasanten Ausbau Schritt halten.
Genau dieses Risiko scheint bei Project Jupiter nun Realität zu werden. Oracle versucht sich mit der Force-Majeure-Mitteilung gegen mögliche finanzielle Belastungen abzusichern, sollte Kapazität nicht wie geplant verfügbar sein. Blue Owl erklärte allerdings, dass die beteiligten Unternehmen weiterhin vollständig hinter dem Projekt stünden und sich an den finanziellen Verpflichtungen nichts geändert habe.
Autor: Pascal Grunow, wallstreetONLINE Redaktion

