Die nächste Klatsche
HelloFresh crasht auf Allzeittief – vom 16-Milliarden-Star bleibt kaum was übrig
Die HelloFresh-Aktie fällt auf den tiefsten Stand ihrer Geschichte, die Jahresprognose wurde gekürzt. Besonders bitter: Ausgerechnet bei den Neukunden läuft es deutlich schlechter als erhofft.
- HelloFresh-Aktie fällt auf neues Rekordtief
- Prognose für Umsatz und Ebitda wird erneut gesenkt
- Neukunden bleiben hinter den Erwartungen zurück
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HelloFresh rutscht auf ein neues Rekordtief. Die Aktie des Kochboxenversenders fiel am Freitag auf 2,18 Euro und damit knapp 14 Prozent unter den Xetra-Schluss vom Vortag. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf fast 65 Prozent. Noch im Herbst 2021 kostete die Aktie knapp 100 Euro. Der Börsenwert ist inzwischen auf weniger als 400 Millionen Euro geschrumpft, nachdem HelloFresh zu Spitzenzeiten mehr als 16 Milliarden Euro wert war.
Auslöser ist eine erneute Prognosesenkung. Für 2026 erwartet HelloFresh nun einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 9 bis 11 Prozent. Bisher hatte das Unternehmen lediglich mit einem Rückgang von 3 bis 6 Prozent gerechnet, Analysten mit rund 6,9 Prozent. Auch beim bereinigten Ebitda muss HelloFresh zurückrudern: Statt 375 bis 425 Millionen Euro werden nun nur noch 350 bis 370 Millionen Euro erwartet. Der Analystenkonsens lag zuletzt bei 375,6 Millionen Euro.
Besonders schwach verlief das dritte Quartal. Der Umsatz dürfte währungsbereinigt um 11 bis 12 Prozent gefallen sein, deutlich stärker als die von Analysten erwarteten 6,8 Prozent. Das bereinigte Ebitda soll zwar von 40 Millionen Euro im Vorjahr auf 45 bis 55 Millionen Euro steigen, bleibt damit aber unter der Markterwartung von 57,2 Millionen Euro.
HelloFresh räumte ein, "dass in der Back-to-School-Periode nicht das Volumen an Neukunden gewonnen werden konnte, das erforderlich gewesen wäre, um die zuletzt veröffentlichte Prognose und die aktuelle Markterwartung für das Geschäftsjahr 2026 und für das dritte Quartal 2026 zu erreichen". Für UBS-Analyst Jo Barnet-Lamb verschärft das die Zweifel am grundsätzlichen Umsatzpotenzial des Konzerns. Gerade die Zeit nach den Sommerferien galt als wichtiger Test dafür, ob die Investitionen in das Produktangebot greifen.
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Trotz des erneuten Rückschlags bleibt Jefferies bei "Buy" und einem Kursziel von 8,35 Euro. Analyst Giles Thorne sprach allerdings von einer weiteren enttäuschenden Vorabmeldung, die die ohnehin
bereits extrem schwache Marktstimmung weiter belasten dürfte. Die ausführlichen Zahlen für das dritte Quartal will HelloFresh am 5. November vorlegen.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

