Ohne Frieden keinen Stahl mehr
Ukrainisches Stahlwerk: Russischer Raketenangriff verursacht Milliardenschäden!
Ein russischer Raketenangriff auf ein Stahlwerk von ArcelorMittal hat hohe Schäden verursacht. Das Unternehmen rechnet mit mindestens einer Milliarde US-Dollar.
- Raketenangriff legt ArcelorMittal-Stahlwerk lahm
- Produktion erst nach Frieden wieder möglich
- Angriff verschärft wirtschaftlichen Druck auf Ukraine
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Der Ukraine-Krieg wird mehr und mehr zum Wirtschaftskrieg
Bereits seit viereinhalb Jahren tobt der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Da die Fronten im Bodenkrieg aber schon lange fast vollständig zum Erliegen gekommen sind, setzen die Kriegsparteien verstärkt auf Angriffe auf Infrastruktur und Wirtschaftseinrichtungen.
Während der Ukraine eine sehr erfolgreiche Kampagne gegen russische Ölraffinerien und Warenlager der Online-Handelsketten Wildberries und Ozon gelungen ist, nimmt Russland vor dem herannahenden Winter einmal mehr vor allem die ukrainische Energieinfrastruktur ins Visier mit dem Ziel, den Widerstand der Zivilbevölkerung zu brechen.
Nur im September: Depot eröffnen, 5 Trades ausführen, Depot übertragen – oder beides kombinieren. Jetzt teilnehmen
ArcelorMittal stellt Betrieb ein, Produktion erst wieder in Friedenszeiten
Doch auch in der Ukraine werden Produktionsanlagen zunehmend häufig zum Ziel russischer Drohnen- und Raketenangriffe. So ist vor etwa zwei Wochen bereits zum wiederholten Mal das größte Stahlwerk der Ukraine, gelegen in der Nähe des zentralukrainischen Krywyj Rih, von Raketen getroffen worden. Betreiber ArcelorMittal musste daraufhin Tote und Verletzte sowie die Einstellung des Betriebs in der Eisenschmelzen bekanntgeben. Eine genaue Schadensanalyse stand noch aus.
Die ist inzwischen erfolgt, wie der aus der Fusion des luxemburgischen Stahlerzeugers Arcelor und des indischen Mitbewerbers Mittal hervorgegangene Unternehmen am Freitagmorgen bekannt gegeben hat. In einer Benachrichtigung an die ukrainische Regierung teilte ArcelorMittal mit, dass der Konzern derzeit nicht in der Lage sei, die Produktion unter sicheren Bedingungen wieder in Betrieb zu nehmen. Mauro Longobardo, CEO der Tochter ArcelorMittal Kryvyi Rih, teilte "mit Bedauern" mit, dass das Unternehmen nicht länger in der Lage wäre, das Werk sicher zu betreiben.
Weiter gab er bekannt, dass man mit der ukrainischen Regierung über die weitere Zukunft des Werkes diskutieren würde und darauf hofft, die Produktion nach der Erreichung eines dauerhaften Friedens wieder aufnehmen zu können. Das Werk wird von ArcelorMittal unterdessen vorerst abgeschrieben, die Unternehmensführung rechnet mit einem Abschreibungswert von 1 Milliarden US-Dollar. Nach eigenen Angaben hat ArcelorMittal seit Kriegsbeginn rund 700 Millionen US-Dollar in die Fortführung des 1934 gegründeten und 2005 übernommenen Werkes investiert.
Anteile von Milliardenabschreibung unbeeindruckt, KI-Boom treibt an
Die Anteile von ArcelorMittal zeigten sich am Freitag unbewegt von der Meldung sowie der zu erwartenden Abschreibung in Milliardenhöhe. In einem nach sinkenden Ölpreisen erholten Gesamtmarktumfeld legten die Anteile rund 2 Prozent zu. Damit hält die vor mehr als einem Jahr gestartete, steile Rallye der Aktie an, die sich in den 12 Monaten mehr als verdoppelt hat.
Trotz der zu erwartenden Produktions- und Einnahmeausfällen profitiert das Unternehmen von einer Erholung der weltweiten Stahlkonjunktur. Ähnlich wie die Baustoffindustrie profitiert auch die Stahlbranche vom KI-Boom, da der Ausbau von Rechenzentren und der für sie benötigten Energieinfrastruktur gewaltige Mengen an Material verbraucht.

wallstreetONLINE RedaktionPotenzielle Einstiegschance
Zuschlagen? Bei dieser US-Rüstungsaktie ist der Boden jetzt drin!
Fazit: Empfindlicher Rückschlag in kritischer Haushaltslage
Für die Ukraine ist die Stilllegung des Werkes in Krywyj Rih dagegen eine schmerzhafte Entwicklung. Vor dem Wochenende hat der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky vor einem Haushaltsloch in Höhe von 23 Milliarden Euro gewarnt. Vor allem der Ankauf von Drohnen und Raketenbauteilen verschlingt viel Geld, diese sind für die Fortführung des Verteidigungskrieges jedoch unverzichtbar.
Gleichzeitig gerät die Wirtschaftsleistung des Landes mit Angriffen wie dem auf das Stahlwerk von ArcelorMittal weiter unter Druck – am Standort Krywyj Rih waren zuletzt nicht weniger als 20.000 Mitarbeitende sowohl in der Produktion als auch in der Förderung beschäftigt. Der jährliche Ausstoß des Werkes belief sich zuletzt auf mehrere Millionen Tonnen Rohstahl pro Jahr.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
Die ArcelorMittal Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +1,24 % und einem Kurs von 63,48EUR auf Tradegate (25. September 2026, 13:38 Uhr) gehandelt.

