3 Billionen Verpflichtungen
Burry sagt, wann die KI-Milliarden Big Tech um die Ohren fliegen könnten
Microsoft, Meta, Amazon & Co. häufen Billionen an KI-Verpflichtungen an. Michael Burry nennt nun ein Zeitfenster, in dem daraus ein echtes Problem für Gewinne und Bewertungen werden könnte.
- Big Tech häuft drei Billionen an KI-Verpflichtungen
- Burry erwartet 2028 und 2029 mögliche Abschreibungen
- Schwächerer Cashflow und mehr Schulden steigern Risiken
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Michael Burry warnt vor der nächsten hässlichen Phase des KI-Booms. Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta und Oracle hätten inzwischen rund 3 Billionen US-Dollar (etwa 2,6 Billionen Euro) an Kaufverpflichtungen, künftigen Leasingverträgen, Garantien, Anlagen im Bau und weiteren Zusagen rund um ihre KI-Infrastruktur angehäuft. Gleichzeitig sei die Nettoinvestitionsquote der S&P-500-Unternehmen auf 2,07 Prozent des US-BIP gestiegen – so hoch wie seit fast vier Jahrzehnten nicht mehr, abgesehen von der Zeit nach dem Nasdaq-Hoch im März 2000.
Burrys Warnung richtet sich vor allem auf die Jahre 2028 und 2029. Dann könnten seiner Ansicht nach massive Abschreibungen sichtbar werden, falls die heutigen Investitionen nicht die erwarteten Erträge liefern. "Wenn die Abschreibungen kommen – vielleicht 2028 oder 2029 –, könnten die Verpflichtungen so groß sein, dass selbst eine relativ kleine Abschreibung größere Auswirkungen hätte, als wir uns heute vorstellen können", schrieb Burry in einem neuen Beitrag auf Substack. Sein Vergleich: Nach dem Technologieboom der späten 1990er Jahre waren die Abschreibungen so schwer, dass die Nettoinvestitionen der S&P-500-Unternehmen zwölf Quartale in Folge negativ wurden.
Besonders kritisch sieht Burry, dass die größten KI-Investoren immer mehr Kapital binden, während der freie Cashflow schwächer wird und die Verschuldung steigt. Bei Microsoft seien noch nicht begonnene Leasingverträge auf mehr als 300 Milliarden US-Dollar angeschwollen. Amazon habe solche Leasing- und Kaufverpflichtungen binnen neun Monaten um 81 Prozent auf rund 267 Milliarden US-Dollar erhöht; zugleich habe sich die langfristige Verschuldung binnen sechs Monaten auf 128,9 Milliarden US-Dollar verdoppelt.
Noch größer fallen Burrys Schätzungen bei Meta und Alphabet aus. Meta komme auf rund 700 Milliarden US-Dollar an noch nicht begonnenen Leasingverträgen und Kaufverpflichtungen, Alphabet auf fast 900 Milliarden US-Dollar an außerbilanziellen Verpflichtungen und Risiken. Bei Google kritisiert Burry zudem Konstruktionen, bei denen der Konzern in KI-Unternehmen investiert und ihnen zugleich Rechenleistung verkauft.
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Der Investitionsrausch dürfte zunächst weitergehen: Big Tech und die großen Cloudanbieter steuern 2026 auf rund 800 Milliarden US-Dollar an Investitionen zu, 2027 könnten es mehr als 1 Billion US-Dollar werden. Burry zweifelt jedoch daran, dass allein immer mehr Kapital einen dauerhaften Vorsprung schafft. Für Anleger liegt genau darin das Risiko: Sollten KI-Umsätze und Renditen nicht mit den gewaltigen Verpflichtungen Schritt halten, könnten die heutigen Rekordinvestitionen später in ebenso rekordhohen Abschreibungen enden.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

