+167 % in drei Jahren
Dieser Polen-ETF ist ein Siegertyp wie Robert Lewandowski, aber . . .
Die polnische Börse lässt den DAX alt aussehen. Ein Polen-ETF verzeichnete innerhalb von drei Jahren ein Plus von mehr als 167 %. Beim Blick ins Portfolio wartet jedoch eine Überraschung – und ein erhebliches Risiko.
Mit einem Plus von 167,50 Prozent in drei Jahren liefert der iShares MSCI Poland UCITS ETF eine bemerkenswerte Rendite. Allein seit Jahresbeginn stieg der Kurs um mehr als 34 Prozent. Kann die Rallye an der polnischen Börse weitergehen?
Rückenwind kommt aus der Wirtschaft. So lag Polens Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal 2026 um 3,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Die EU-Kommission erwartet für das Gesamtjahr ein Wachstum von 3,5 Prozent, gestützt durch Konsum und Investitionen mit EU-Mitteln. Zudem sieht Warschau rund 200 Milliarden Zloty für die Verteidigung vor, was etwa 4,8 Prozent der Wirtschaftsleistung entspricht. Im ETF dominieren jedoch andere Branchen.

wallstreetONLINE RedaktionEuropas Überraschungsmarkt
Polens Börse lässt den DAX jetzt richtig alt aussehen
Fast 48 Prozent des Fondsvermögens ist in Finanzwerten investiert, weitere 15,5 Prozent im Energiesektor. Zu den größten Positionen zählten Ende August die PKO Bank Polski und der Energiekonzern Orlen. Insgesamt enthält der ETF nur 16 Aktien. Anleger kaufen damit vor allem eine konzentrierte Wette auf Polens Banken und andere Finanzwerte und keinen breit gestreuten Osteuropa-ETF.
Diese Konzentration kann zum Problem werden. Die EU-Kommission erwartet, dass die Staatsschuldenquote Polens bis 2027 auf 68,3 Prozent steigt. Für Banken ist zudem für das Jahr 2026 eine vorübergehend höhere Unternehmenssteuer vorgesehen. Gerät die Branche unter Druck, trifft das den Fonds besonders stark.
Der ETF bildet den MSCI Emerging Poland ab und kostet 0,74 Prozent pro Jahr. Er folgt also nicht dem polnischen Leitindex WIG20. Hinzu kommt das Währungsrisiko, da die genannten Renditen in US-Dollar angegeben sind. Was bei Anlegern in Euro ankommt, kann davon deutlich abweichen.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
