Angriff auf Anthropic
Microsofts neuer KI-Plan: Dieser Schritt könnte alles verändern
Microsoft bündelt Programmieren, Produktivität und KI-Agenten in einer App. Damit will der Konzern im lukrativen Geschäft mit Unternehmen Boden gutmachen.
- Microsoft bündelt Code und KI-Agenten zentral
- Unter sieben Prozent nutzen Microsofts KI-Copilot
- Nutzungsbasierte Preise ergänzen Code und Autopilot
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Microsoft baut seine Copilot-Strategie um. Der Softwarekonzern bringt Programmieren, komplexe Produktivitätsaufgaben und KI-Agenten in einer gemeinsamen Anwendung zusammen. Damit will Microsoft vor allem im Geschäft mit Unternehmenskunden wieder stärker punkten.
Denn trotz seiner dominanten Stellung bei Bürosoftware kommt der KI-Assistent bislang nur langsam voran. Von mehr als 450 Millionen kommerziellen Microsoft-365-Lizenzen weltweit verfügen weniger als 7 Prozent über eine entsprechende KI-Lizenz.
Bisher bot Microsoft seinen KI-Assistenten für Büroarbeiten und den Programmierdienst GitHub Copilot getrennt an. Konkurrenten wie OpenAI und Anthropic setzen dagegen zunehmend auf gebündelte Anwendungen.
Bezahlt wird nach Nutzung
Auch beim Geschäftsmodell geht Microsoft einen neuen Weg. Statt ausschließlich monatliche Abonnements zu verlangen, sollen Kunden die Bereiche Cowork, Code und Autopilot nach ihrer tatsächlichen Nutzung bezahlen. Der kommerzielle Microsoft-365-Copilot kostet bislang 30 US-Dollar je Nutzer und Monat.
"Wir legen die Messlatte sehr hoch", sagte Jacob Andreou, Executive Vice President für Copilot, gegenüber CNBC. Entscheidend seien der Nutzen für den Anwender und die Qualität der Ergebnisse, nicht in erster Linie die Kosten.
Mit Code können künftig auch Nutzer ohne technische Vorkenntnisse einfache KI-gestützte Programmierprojekte starten. Autopilot wiederum soll eigene Agenten ermöglichen, die Aufgaben übernehmen und über Teams und Outlook kommunizieren.
Microsoft holt bei KI-Agenten auf
Der Schritt kommt in einem zunehmend umkämpften Markt. Auch Meta drängt mit seiner neuen Muse-App ins Geschäft mit KI-Agenten. Gleichzeitig gewinnen weitere Angebote wie Instinct und das Open-Source-Projekt OpenClaw an Aufmerksamkeit.
"Das Problem ist, dass es bisher fast unmöglich war, diese Agenten in das Unternehmen zu integrieren", sagte Andreou bei einer Produktpräsentation. Gegenüber CNBC räumte er zugleich ein, dass Microsoft mit der Integration von Programmierfunktionen ein Stück weit auf die Konkurrenz aufschließt.
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Dabei setzt der Konzern weiterhin auf die Modelle von OpenAI und Anthropic. Nutzer von Code können künftig selbst auswählen, welches Modell sie verwenden möchten. Im Produktivitätsbereich steht dagegen kein eigenes Microsoft-Modell zur Verfügung.
Microsoft-Chef Satya Nadella sieht den Ansatz größer. Es gehe beim Frontier-Programm nicht um ein einzelnes Spitzenmodell, sondern um ein "Frontier-Ökosystem", in dem Unternehmen ihre Mitarbeiter stärker in KI-gestützte Lern- und Arbeitsprozesse einbinden könnten.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion

