Milliarden-Coup
BASF greift nach Evonik – Aktie des DAX-Konzerns steigt stark
BASF lotet eine Übernahme von Evonik aus. Der Milliarden-Deal könnte Europas Chemiebranche neu ordnen und BASF im globalen Wettbewerb stärken.
- BASF prüft Übernahme von Evonik für Milliarden
- Evonik ist an der Börse rund 8,4 Milliarden wert
- Zusammenschluss stärkt BASF gegen globale Rivalen
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BASF nimmt den nächsten Milliarden-Deal ins Visier. Der weltgrößte Chemiekonzern hat dem Konkurrenten Evonik und dessen größtem Aktionär RAG-Stiftung ein Übernahmeangebot vorgelegt. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Evonik kommt derzeit auf einen Börsenwert von rund 8,4 Milliarden Euro. Einschließlich der Nettoschulden liegt der Unternehmenswert bei etwa 12 Milliarden Euro. BASF wird an der Börse mit rund 47 Milliarden Euro bewertet. Für eine Übernahme dürfte BASF einen deutlichen Aufschlag zahlen. Die Evonik-Aktie reagierte mit einem Kurssprung: Auf Xetra legte das Papier um 9 Prozent auf 19,70 Euro zu (Stand 15:22 Uhr).
Dem Bericht zufolge spricht BASF bereits seit Anfang des Jahres mit Banken über eine mögliche Transaktion. Die Gespräche mit Evonik laufen weiter. Eine Einigung ist allerdings noch nicht garantiert. Evonik und seine Aktionäre müssten von den strategischen Vorteilen eines Zusammenschlusses überzeugt werden.
Entscheidend dürfte dabei die RAG-Stiftung sein. Sie hält rund 44 Prozent an Evonik. BASF, Evonik und die RAG-Stiftung wollten sich gegenüber der Financial Times nicht äußern.
Milliarden-Deal für Europas Chemiebranche
BASF-Chef Markus Kamieth könnte mit der Übernahme die Konsolidierung der europäischen Chemieindustrie deutlich vorantreiben. Zusammen würden die Unternehmen auf einen Umsatz von rund 74 Milliarden Euro kommen. Der neue Konzern könnte damit stärker gegen chinesische Wettbewerber wie Sinopec und US-Konkurrenten wie Dow auftreten.
Zudem könnten Überschneidungen vor allem in Deutschland Einsparungen ermöglichen. Gleichzeitig würde BASF sein Geschäft in Asien und den USA ausbauen. Allerdings müsste eine solche Transaktion die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden erhalten.
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Für Evonik kommt das Interesse zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Der Konzern beschäftigt rund 31.000 Menschen in mehr als 100 Ländern und stellt unter anderem Spezialchemikalien für Lacke und Matratzen, Polymere für die Auto- und Luftfahrtindustrie sowie Aminosäuren für Tierfutter her.
Erst in dieser Woche kündigte Evonik den Abbau von mehr als 3.200 Stellen an. Das Unternehmen schließt kleinere Anlagen und trennt sich von Randgeschäften. Gleichzeitig soll das Wachstum in Asien und Amerika vorangetrieben werden.
BASF baut Konzern weiter um
Auch BASF befindet sich mitten in einem umfangreichen Umbau. Der Konzern verkauft Randbereiche, senkt Kosten und baut Stellen ab. Im Juli veräußerte BASF für 7,7 Milliarden Euro eine Mehrheitsbeteiligung am Geschäft mit Autolacken an den Finanzinvestor Carlyle.
Zudem beauftragte BASF in diesem Monat Banken mit den Vorbereitungen für den geplanten Börsengang des Agrargeschäfts im Jahr 2027. Ein Zusammenschluss mit Evonik würde diese Strategie nun um eine weitere milliardenschwere Transaktion ergänzen.
Autorin: Saskia Reh, wallstreetONLINE Redaktion
