600.000 Dollar als Maßstab
Gen Z ist reicher als frühere Generationen – und fühlt sich trotzdem arm
Junge Amerikaner verdienen mehr als frühere Generationen im gleichen Alter. Trotzdem fühlen sie sich finanziell abgehängt – warum?
- Gen Z verdient mehr, fühlt sich aber abgehängt
- Luxus in sozialen Medien verschiebt das Erfolgsbild
- Hohe Wohnkosten bremsen trotz stärkerem Investieren
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
600.000 US-Dollar Jahreseinkommen – erst dann fühlt sich die Generation Z in den USA finanziell erfolgreich. Das zeigt eine von der Boston Consulting Group (BCG) zitierte Empower-Umfrage. Zum Vergleich: Das typische Vollzeitgehalt liegt dort bei rund 60.000 US-Dollar. Ein neuer Bericht des BCG Center for Macroeconomics, über den Fortune berichtet, zeichnet deshalb ein bemerkenswertes Bild: Junge Amerikaner stehen finanziell besser da als frühere Generationen im gleichen Alter – fühlen sich aber schlechter denn je.
Die ältesten Arbeitnehmer der US-Gen-Z verdienen mit 28 Jahren im Median 42.000 US-Dollar in inflationsbereinigter Rechnung. Das sind 25 Prozent mehr als Millennials im gleichen Alter und sogar 50 Prozent mehr als Babyboomer. Beim Vermögen ist ein direkter Vergleich mit der Gen Z noch schwierig, weil sie dafür schlicht zu jung ist. Doch auch hier zeigen die Daten einen Vorsprung der jüngeren Generationen: Millennials verfügten mit 34 Jahren im Schnitt über 331.000 US-Dollar Nettovermögen, gegenüber 251.000 US-Dollar bei der Generation X und 229.000 US-Dollar bei den Babyboomern.
Die Stimmung läuft in die entgegengesetzte Richtung. Erstmals seit Beginn entsprechender Erhebungen sind junge Amerikaner pessimistischer über die Wirtschaft als ältere. Nur 46 Prozent der Gen Z und Millennials glauben laut einer SoFi/YouGov-Umfrage, einen komfortablen Ruhestand tatsächlich erreichen zu können.
BCG spricht von "finanzieller Dysmorphie": Soziale Medien konfrontieren junge Menschen permanent mit Luxus, extremen Einkommen und scheinbar mühelosem Reichtum – und verschieben damit die Vorstellung davon, was als finanzieller Erfolg gilt. Ganz eingebildet sind die Probleme allerdings nicht. Vor allem Wohnen ist in den USA deutlich schwieriger geworden. Für ein Haus zum Medianpreis werden heute fast sechs Jahre Medianeinkommen benötigt, 1975 waren es noch etwa dreieinhalb. Auch Studienkredite belasten viele junge Haushalte.
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Gleichzeitig investiert die Gen Z offensiver: 26 Prozent besitzen Kryptowährungen, gegenüber nur 6 Prozent der Babyboomer. Junge Menschen halten zudem einen größeren Anteil ihres Vermögens in
Aktien. Das erhöht langfristig die Chance auf Vermögensaufbau, macht sie aber anfälliger für Börsencrashs. Die BCG-These ist deshalb unbequem: In den USA ist nicht nur fehlender Wohlstand das
Problem der Gen Z – sondern auch eine immer höhere Vorstellung davon, wie reich man eigentlich sein müsste.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
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