wO Heimspiel
Nach dem Crash bei KWS Saat: Was jetzt noch für die Aktie spricht
Die Aktie von KWS Saat rutscht nach den Jahreszahlen ab. Teurer Dünger, Handelskonflikte und kleinere Anbauflächen setzen dem Saatgutriesen hart zu. mwb research senkt sein Kursziel, bleibt aber langfristig optimistisch.
- KWS Saat verliert nach schwachen Zahlen deutlich
- Umsatz und EBITDA sinken, Gewinn steigt dank Sondereffekten
- Analyst senkt Kursziel, bleibt aber optimistisch
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Für die Aktie von KWS Saat war es eine Woche zum Vergessen: Nach Vorlage der Jahreszahlen am Mittwoch zweistellig abwärts. Der Rückschlag passt ins Bild: Trotz seiner Spitzenposition im Saatgutgeschäft schneidet der SDAX-Konzern aus Einbeck an der Börse seit Jahren unterdurchschnittlich ab. Stark schwankende Zyklen und ein ständig wechselndes Wettbewerbsumfeld verhindern einen stetigen Wachstumskurs.
Auch 2025/26 war ein zähes Jahr. Der Umsatz sank um 3 Prozent auf rund 1,63 Milliarden Euro, das EBITDA um 2,1 Prozent. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäften stieg dagegen um gut 13 Prozent auf 158,4 Millionen Euro, weil im Vorjahr einmalige Rückstellungen belastet hatten. Je Aktie verdiente KWS 4,80 Euro nach 4,24 Euro.
Das Unternehmen spricht von einem angespannten Umfeld mit Wetterextremen, Krankheitsdruck und schwankenden Agrarmärkten. Hinzu kommen der Sojastreit zwischen den USA und China, US-Zölle und der Iran-Krieg. Gestörte Lieferketten haben die Düngerpreise nach oben getrieben, für hochwertiges Saatgut bleibt vielen Betrieben kaum Spielraum.
Die Jahresmarge von 21,1 Prozent verdankt KWS zudem Sondereffekten, darunter 29 Millionen Euro aus dem Verkauf von Lizenzrechten im Maisgeschäft. Bereinigt lag sie laut mwb research bei 19,3 Prozent.
Nur im September: Depot eröffnen, 5 Trades ausführen, Depot übertragen – oder beides kombinieren.→ Jetzt teilnehmen
Für 2026/27 peilt das Management rund 3 Prozent organisches Wachstum und eine EBITDA-Marge von 19 bis 20 Prozent an. Mühlenbruch hält das für erreichbar, senkt wegen der schwächeren Margenaussichten aber seine Gewinnschätzungen. Das Kursziel fällt von 95 auf 93 Euro, das Votum bleibt "Buy". Zum Kurs von 78,60 Euro ergibt das ein Plus von gut 18 Prozent.
Langfristig sieht der Analyst Rückenwind. Die Zuckerpreise ziehen bereits an, ein kräftiger El Niño könnte sie weiter treiben und die Nachfrage nach widerstandsfähigem Premiumsaatgut stärken. Die Gemüsesparte gilt zudem als künftiger Wachstumsmotor. Mehr dazu dürfte der Kapitalmarkttag kommende Woche in den Niederlanden liefern.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Die KWS SAAT Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,14 % und einem Kurs von 70,90EUR auf Tradegate (25. September 2026, 22:25 Uhr) gehandelt.
