Die Community wird zuversichtlicher
Neue Hoffnung bei POET Technologies: Darum werden Anleger wieder optimistischer
Die POET Technologies-Aktie legte in dieser Woche 4,9 Prozent zu. Im wallstreetONLINE-Forum wächst die Hoffnung auf eine Fortsetzung der Erholung – doch nicht alle Anleger trauen der Bewegung.
Die Aktie von POET Technologies hat in der abgelaufenen Woche trotz spürbarer Schwankungen leicht zugelegt. Auf Wochensicht steht ein Plus von 4,9 Prozent bei einer Handelsspanne zwischen 6,65 und 7,54 Euro. Im Mittelpunkt der Diskussionen im Anlegerforum stand jedoch weniger die Kursentwicklung als vielmehr der aus Sicht vieler Investoren unzureichende Nachrichtenfluss im September, für den das Unternehmen zuvor zusätzliche Ankündigungen in Aussicht gestellt hatte.
Erwartete September-News bleiben diffus – Geduld der Anleger erodiert
Der zentrale Streitpunkt in der Community ist die Frage, ob eine jüngst veröffentlichte Investorenpräsentation bereits das im Sommer avisierte Business-Update ersetzt – und falls ja, ob das dem Anspruch gerecht wird. Mehrere Teilnehmer verweisen darauf, dass das Unternehmen im Zusammenhang mit den Quartalszahlen weitere Mitteilungen zu Kunden angekündigt habe, diese aber bislang nicht in Form klarer, neuer Vertrags- oder Volumensmeldungen sichtbar seien. Die Präsentation wird von einem Teil der Anleger eher als Zusammenfassung bekannter Inhalte gewertet.
Vor diesem Hintergrund wächst die Ungeduld. Kritische Stimmen bemängeln die Investor Relations-Politik als unzureichend und sprechen von „unterirdischen“ Business-Updates. Vertraulichkeitsvereinbarungen mit Kunden (NDAs) werden zwar allgemein als Realität im Halbleiter- und Photonikgeschäft akzeptiert, viele Aktionäre erwarten jedoch aus ihrer Sicht mehr Struktur und Klarheit zu Auftragslage, Abnahmeverträgen und Zeitplänen – auch ohne namentliche Nennung von Partnern. Die Sorge: Bleiben bestätigte Aufträge aus, könnten ambitionierte Langfrist-Szenarien ins Leere laufen.
Wachstumsfantasie: Skalierung, Partner und Personalaufbau
Dem gegenüber steht eine klar optimistische Fraktion, die den aktuellen Kurs als deutliche Unterbewertung interpretiert. Sie stützt sich vor allem auf die in der aktuellen Unternehmenspräsentation skizzierte Kapazitätsplanung. Für 2027 wird dort eine mögliche Jahreskapazität von 10 Millionen Einheiten genannt. Einige Anleger rechnen – ausdrücklich als eigene Annahme – mit Durchschnittspreisen von rund 250 US-Dollar je Einheit und leiten daraus langfristige Umsatzpotenziale im Milliardenbereich ab. In diesen Modellrechnungen entstehen je nach Bewertungsmaßstab deutlich höhere Kursziele für das Ende der Dekade, die als Hinweis auf eine aus ihrer Sicht bestehende Marktineffizienz gewertet werden.
Zudem sorgen Stellenanzeigen in Singapur und Penang für Fantasie. Die Community deutet den deutlichen Personalaufbau in hochspezialisierten Rollen – etwa Prozessintegration, Zuverlässigkeit, Radio Frequency und Test – als Indiz dafür, dass sich POET in der Qualifikationsphase mit potenziellen Großkunden befindet. Es wird spekuliert, dass im Hintergrund bereits Absichtserklärungen oder vorläufige Abnahmevereinbarungen existieren könnten. Namen wie Foxconn/FIT und NTT werden in diesem Zusammenhang genannt, ohne dass hierfür derzeit öffentlich bestätigte Verträge vorliegen. Auch die Berufung neuer Board-Mitglieder wird als Zeichen einer Professionalisierung des Unternehmensrahmens interpretiert.
Kommunikationsrisiko, Short-Daten und technische Marken
Auf der Risikoseite dominiert das Thema Kommunikation. Mehrere Anleger verweisen auf frühere Beispiele, in denen Erwartungen an konkrete Partnernamen oder Auszeichnungen – etwa einen Branchenpreis – nicht erfüllt wurden und der Kurs im Anschluss nachgab. Das verstärkt die Befürchtung, dass aus ambitionierten Ankündigungen immer wieder kurzfristige Enttäuschungen entstehen könnten. In der Diskussion wird offen angesprochen, dass bei ausbleibenden September-News im Oktober weiterer Druck auf den Kurs entstehen könnte und Kurse unterhalb der aktuellen Spanne nicht ausgeschlossen werden.
Etwas beruhigend wirkt in den Augen mancher Anleger, dass die gemeldeten Short-Positionen zuletzt keine größeren Veränderungen gezeigt haben. Das wird als Signal interpretiert, dass spezialisierte Marktteilnehmer vorerst keine aggressivere Negativwette auf die Aktie aufbauen. Gleichzeitig liegt die Marktkapitalisierung mit rund 1,18 Milliarden Euro deutlich über einem klassischen Early-Stage-Niveau, während das Vorjahres-KGV mit -11,59 den anhaltenden Verlustbetrieb widerspiegelt. Die Schere zwischen Bewertungsfantasie und bislang noch fehlender Profitabilität bleibt damit weit geöffnet.
Charttechnisch rückt für die kommende Woche das jüngste Wochenhoch bei 7,54 Euro als Widerstand in den Fokus. Auf der Unterseite markieren die 6,65 Euro eine erste relevante Unterstützung. Aus Forensicht sind kurzfristig vor allem zwei Aspekte kursbestimmend: Zum einen die Frage, ob das Unternehmen doch noch ein als „echtes“ Business-Update wahrgenommenes Signal zu Kunden oder Aufträgen nachreicht, zum anderen der Blick auf den weiteren Nachrichtenkalender. In der Community werden die anstehenden Quartalszahlen im November sowie eine erwartete Mitteilung zur CFO-Nachfolge als zentrale Termine der nächsten Wochen genannt. Ob POET zuvor noch mit Klarheit zu Auftragsvolumina oder Partnern nachlegt, dürfte entscheiden, ob die aktuelle Seitwärtsphase zum Sprungbrett für neue Fantasie wird – oder die Skepsis der bereits spürbar ermüdeten Langfristanleger weiter zunimmt.
POET Technologies Kursdaten und Kennzahlen
| Wochenperformance | +4,9 % |
| Wochenhoch / Wochentief | 7,54€ / 6,65€ |
| KGV (Vorjahr) | -11,59 |
| Marktkapitalisierung | 1,18 Mrd.EUR |
Stand: 26.09.2026, 21:00 Uhr
Ausblick auf die kommende Börsenwoche
Charttechnisch bilden das Wochenhoch bei 7,54€ und das Wochentief bei 6,65€ die zunächst wichtigsten Marken.
