2G Energy: KI-Großauftrag beflügelt Aktie – doch Zweifel bleiben
**2G Energy: Großauftrag für KI-Rechenzentren stärkt Ausblick – Zweifel an Verbindlichkeit bleiben**
2G Energy erhält einen Großauftrag aus den USA und verbessert damit die Visibilität für die kommenden Jahre deutlich. Der Spezialist für Blockheizkraftwerke und Gasgeneratoren soll Energy Vault Holdings containerisierte Stromerzeugungsanlagen mit einer Gesamtleistung von 275 Megawatt liefern. Die Aggregate sind für die Energieversorgung von KI-Rechenzentren vorgesehen und sollen zwischen dem vierten Quartal 2027 und dem dritten Quartal 2028 ausgeliefert werden.
Berenberg bewertet das Auftragsvolumen mit rund 220 Millionen Euro. Die Bank sieht ihre Wachstumsthese bestätigt und erwartet für 2028 einen Umsatzanstieg um 44 Prozent auf mehr als 891 Millionen Euro. Damit liegt die Prognose rund 16 Prozent über dem Marktkonsens. Zusätzliche Fantasie verspricht ein Servicevertrag über die Lebensdauer der Anlagen. Analyst Robert-Jan van der Horst rechnet ab 2029 mit wiederkehrenden Erlösen von jährlich 20 bis 25 Millionen Euro.
Die Anlagen sollen gemeinsam mit Batteriespeichern die stark schwankende Stromnachfrage von KI-Rechenzentren ausgleichen. Sie stehen direkt auf dem Gelände der Betreiber und können unabhängig von Engpässen in den öffentlichen Netzen kurzfristig Leistung bereitstellen. Für 2G Energy eröffnet das Geschäft damit ein wachstumsstarkes Anwendungsfeld.
Auch die Kapazitätsplanung spricht für den Auftrag. Der Auftragsbestand aus Rechenzentrumsprojekten dürfte inzwischen mehr als 700 Megawatt umfassen. Bis Ende 2027 sollen zusätzliche Produktionskapazitäten von 750 Megawatt hinzukommen. Dadurch sinkt das Risiko, dass die Erweiterungen im Jahr 2028 nicht ausgelastet werden.
An der Börse fiel die Reaktion zunächst positiv aus: Nach Bekanntgabe legte die Aktie um rund zehn Prozent zu. Am Folgetag wurden die Gewinne teilweise mitgenommen; auf Jahressicht hat sich der Kurs dennoch nahezu verdoppelt. Die Analystenmeinungen gehen allerdings deutlich auseinander.
First Berlin bestätigte die Kaufempfehlung und erhöhte das Kursziel von 76 auf 83 Euro. Der Auftrag sei der größte in der Unternehmensgeschichte und rechtfertige höhere Schätzungen für 2028 und die Folgejahre. Deutlich skeptischer beurteilt Parmantier & Cie. die Meldung. Das Institut hält an der Verkaufsempfehlung mit einem Kursziel von 39 Euro fest.
Kritikpunkt ist vor allem die wirtschaftliche Verbindlichkeit des Auftrags. Nach Auswertung von SEC-Unterlagen handele es sich um eine Reservierung von Produktionskapazitäten. Energy Vault habe lediglich Reservierungsgebühren von 17 Millionen US-Dollar offengelegt. Angaben zu Anzahlungen, Zahlungsbedingungen oder Stornierungsentschädigungen fehlen. Zudem sei kein konkreter Endkunde genannt. Für Investoren bleibt daher entscheidend, ob aus dem Auftrag tatsächlich Umsatz, Marge und belastbarer Cashflow entstehen.
Die 2G ENERGY Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -6,76 % und einem Kurs von 58,65EUR auf Tradegate (25. September 2026, 22:25 Uhr) gehandelt.
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