Jemen-Eskalation treibt Ölpreis: Brent klettert über 105 Dollar
Die Eskalation im Jemen und die wachsenden Spannungen zwischen Iran, den USA und Saudi-Arabien treiben die Unsicherheit an den Energiemärkten. Die proiranische Huthi-Miliz erklärte, Dutzende ballistische Raketen und Drohnen auf Ziele in Saudi-Arabien abgefeuert zu haben. Im Mittelpunkt standen demnach Operationszentralen, Kommando- und Kontrollzentren sowie Waffenlager in der Region Dschisan nahe der jemenitischen Grenze. Saudi-Arabien meldete seinerseits, mehrere Raketen und Drohnen abgefangen zu haben. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.
Besondere politische und symbolische Bedeutung hat der von Riad gemeldete Angriff auf die Hauptstadt. Nach offiziellen Angaben wurden zwei Drohnen sowie mindestens eine ballistische Rakete abgewehrt. Auch Ziele in anderen Regionen, darunter Chamis Muschait und Abha, sollen ins Visier genommen worden sein. Die Angriffe verdeutlichen, dass die Huthi über eine erhebliche Reichweite verfügen und den saudischen Sicherheitsapparat weiterhin unter Druck setzen können. In der Vergangenheit richteten sich Attacken zudem gegen Ölanlagen und Pipelines.
Parallel verschärfen sich die Kämpfe im Jemen. Regierungstruppen, die von Saudi-Arabien unterstützt werden, meldeten Erfolge in der Provinz Taiz und die Abwehr einer Huthi-Drohne. Die strategisch wichtige Bergregion gilt als möglicher Zugang zu Verkehrswegen in Richtung Aden und zur Meerenge Bab al-Mandab. Eine dauerhafte Kontrolle der Region könnte die militärische und logistische Lage im Süden des Landes verändern. Allerdings bleiben die Frontverläufe volatil. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind seit Anfang September mehr als 130.000 Menschen im Jemen vor den Gefechten geflohen.
Für die Rohstoffmärkte steht vor allem die Sicherheit der Seewege im Vordergrund. Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und ist für Transporte zwischen Europa und Asien von zentraler Bedeutung. Zusätzliche Angriffe könnten Tanker zu Umwegen um das Kap der Guten Hoffnung zwingen, die Transportzeiten verlängern und Frachtraten sowie Versicherungsprämien deutlich erhöhen. Auch die Straße von Hormus bleibt ein kritischer Faktor für den globalen Ölhandel.
Der Brent-Preis stieg zeitweise auf mehr als 108 US-Dollar je Barrel, gab im späten Handel jedoch bis nahe 104 Dollar nach und notierte zuletzt bei gut 105 Dollar. Berichte über mögliche Gespräche zwischen den USA und Iran zur schrittweisen Wiederöffnung der Straße von Hormus sorgten zwischenzeitlich für Entspannung. Seit Jahresbeginn hat sich Brent vor allem infolge des Iran-Konflikts um rund 75 Prozent verteuert. Entscheidend bleibt, ob die militärische Eskalation auf regionale Lieferketten übergreift oder diplomatische Initiativen eine Stabilisierung ermöglichen.
Öl (Brent) wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von 0,00 % und einem Kurs von 97,47USD auf Lang & Schwarz (26. September 2026, 12:43 Uhr) gehandelt.
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