Wiesn-Boom, Condor-Deal und Drohnenalarm: Luftverkehr im Umbruch
**Luftverkehr zwischen Wiesn-Boom, Condor-Umbau und Drohnengefahr**
Das Münchner Oktoberfest sorgt bei der Lufthansa trotz eines kriegsbedingt schwierigen Marktumfelds für zusätzliche Nachfrage. Während der 16-tägigen Wiesn erwartet die Airline am Drehkreuz München rund 1,7 Millionen Passagiere. Besonders stark ist der Zustrom aus den USA, Italien und Großbritannien. Aus der Region London sei die Nachfrage besonders hoch, sagte Heiko Reitz, der bei Lufthansa für den Standort München verantwortlich ist.
Um den Reiseverkehr zu bewältigen, hat Lufthansa ihr Angebot zum Londoner Flughafen Stansted mit 23 zusätzlichen Flügen erweitert und damit nach eigenen Angaben verdoppelt. Sämtliche Verbindungen seien ausgebucht. Vergleichszahlen zum Vorjahr nannte das Unternehmen nicht. Der Münchner Flughafen insgesamt hatte im ersten Halbjahr allerdings einen Rückgang verzeichnet: Die Passagierzahl sank um gut vier Prozent auf 18,9 Millionen. Als wesentliche Ursache wurde der Irankrieg genannt. Am Frankfurter Flughafen fiel das Minus deutlich geringer aus.
Unterdessen verändert sich die Eigentümerstruktur bei Condor grundlegend. Der britische Finanzinvestor Attestor, der seit 2021 mit 51 Prozent an der Fluggesellschaft beteiligt ist, will Ende August 2027 die verbliebenen 49 Prozent übernehmen. Diese Anteile werden derzeit über die SG Luftfahrtgesellschaft vom Bund und dem Land Hessen gehalten. Attestor macht damit von einer bereits beim Einstieg vereinbarten Kaufoption Gebrauch. Finanzielle Einzelheiten und der Kaufpreis wurden nicht mitgeteilt.
Bund und Land waren nach der Insolvenz des früheren Condor-Mutterkonzerns Thomas Cook und den Belastungen durch die Corona-Pandemie eingesprungen. Die staatliche Unterstützung hat Condor im Frühjahr 2026 vorzeitig zurückgezahlt. Dazu gehörte ein KfW-Kredit über 175 Millionen Euro. Attestor hatte beim Einstieg 450 Millionen Euro Eigenkapital eingebracht, unter anderem für die Modernisierung der Flotte.
Operativ hat Condor Fortschritte gemacht. Im Geschäftsjahr 2024/25 stieg das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern um ein Viertel auf 151 Millionen Euro. Die Passagierzahl legte um 13 Prozent auf mehr als 9,6 Millionen zu. Dennoch erhöhte sich der Nettoverlust wegen interner Darlehenszinsen und hoher Leasingbewertungen um 13,7 Prozent auf 110,43 Millionen Euro. Steigende Kerosinkosten infolge des Irankriegs könnten zudem weitere Preiserhöhungen erforderlich machen.
Für zusätzliche Unsicherheit sorgt der Drohnenverkehr. Nach einer Sichtung am Berliner Flughafen wurde der Flugbetrieb rund 45 Minuten unterbrochen. Im ersten Halbjahr registrierte der BER 28 Drohnen, in sieben Fällen kam es zu Sperrungen. Wegen eines früheren Sprengstoff-Drohnenangriffs in Leipzig/Halle wächst der Druck, kritische Flughafeninfrastruktur besser zu schützen.
Die Deutsche Lufthansa Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,89 % und einem Kurs von 7,718EUR auf Tradegate (25. September 2026, 22:25 Uhr) gehandelt.
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