HelloFresh senkt Prognose erneut – Aktie stürzt auf Rekordtief
**HelloFresh senkt Prognose erneut – Aktie fällt auf Rekordtief**
Die Aktie des Berliner Kochboxen- und Fertiggerichteanbieters HelloFresh steht am Freitag massiv unter Druck. Auf der Handelsplattform Tradegate fiel der Kurs zeitweise auf 2,301 Euro und damit auf den niedrigsten Stand der Unternehmensgeschichte. Gegenüber dem Xetra-Schlusskurs des Vortags entsprach dies einem Minus von mehr als neun Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier damit fast 63 Prozent an Wert verloren.
Auslöser ist eine deutliche Korrektur der Jahresziele. HelloFresh rechnet nach vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal 2026 mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang von elf bis zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im dritten Quartal 2025 war der Umsatz bereits um 9,3 Prozent gesunken. Die aktuelle Entwicklung liegt damit klar unter der Markterwartung, die von einem Rückgang um 6,8 Prozent ausging.
Auch beim operativen Ergebnis bleibt HelloFresh hinter den Prognosen zurück. Das bereinigte EBITDA soll im dritten Quartal zwischen 45 und 55 Millionen Euro liegen. Analysten hatten im Durchschnitt mit 57,2 Millionen Euro gerechnet. Zwar würde das Ergebnis über dem Vorjahreswert von 40 Millionen Euro liegen, doch die operative Verbesserung fällt deutlich schwächer aus als erwartet.
Für das Gesamtjahr 2026 senkte der Vorstand die Umsatzprognose auf einen währungsbereinigten Rückgang von neun bis elf Prozent. Zuvor war lediglich ein Minus am unteren Ende der Spanne von drei bis sechs Prozent erwartet worden. Der Analystenkonsens lag zuletzt bei einem Rückgang von 6,9 Prozent. Beim bereinigten EBITDA rechnet HelloFresh nun mit 350 bis 370 Millionen Euro. Die bisherige Zielspanne hatte bei 375 bis 425 Millionen Euro gelegen; der Marktkonsens belief sich auf rund 375,6 Millionen Euro.
Als Hauptgrund nannte das Unternehmen die schwache Neukundengewinnung während der wichtigen „Back-to-School“-Saison. In diesem Zeitraum konnte HelloFresh nicht genügend neue Kunden gewinnen, um die bisherigen Ziele zu erreichen. Verantwortlich sei vor allem die stärkere Kürzung der Marketingausgaben im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr. Die Periode nach den Sommerferien gilt für das Unternehmen als entscheidender Test, ob Investitionen in Produkte und Angebote das Wachstum wieder ankurbeln können.
UBS-Analyst Jo Barnet-Lamb sieht die jüngsten Zahlen daher kritisch. Die enttäuschende Schulanfangskampagne bestätige bestehende Sorgen über das grundsätzliche Umsatzpotenzial von HelloFresh. Die Bank beließ ihre Einstufung auf „Neutral“ und das Kursziel bei 3,60 Euro. Die endgültigen Zahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate will HelloFresh am 5. November veröffentlichen.
Die HelloFresh Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -7,59 % und einem Kurs von 2,264EUR auf Tradegate (25. September 2026, 22:25 Uhr) gehandelt.
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