„INS Drakon“: Israels größtes U-Boot erreicht Haifa
**Deutsch-israelische Rüstungskooperation: Neues TKMS-U-Boot „INS Drakon“ in Haifa eingetroffen**
Die israelische Marine hat mit der „INS Drakon“ ihr bislang größtes U-Boot erhalten. Das von der Kieler Werft Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) gebaute Schiff traf nach einer mehr als dreiwöchigen Überfahrt aus Deutschland im Hafen von Haifa ein. Die Ankunft wurde von einer israelischen Militärsprecherin bestätigt. Das U-Boot ist das sechste und letzte Schiff der Dolphin-Klasse und markiert einen weiteren Meilenstein in der langjährigen deutsch-israelischen Rüstungszusammenarbeit.
Mit einer Länge von mehr als 70 Metern und einem Gewicht von rund 2.600 Tonnen ist die „INS Drakon“ das größte und schwerste U-Boot, das bislang in israelische Dienste gestellt wurde. Ausgerüstet ist es unter anderem mit zehn Torpedorohren. Über die genaue technische Ausstattung macht Israel nur begrenzte Angaben. Das Verteidigungsministerium spricht von „einzigartigen Systemen“ und „bahnbrechenden Technologien“. Nach Informationen der israelischen Wirtschaftszeitung „Calcalist“ verfügt das U-Boot über einen Antrieb, der längere Tauchfahrten ermöglichen soll, ohne Außenluft aufnehmen zu müssen.
Unmittelbar einsatzbereit ist das Schiff allerdings noch nicht. In Haifa sollen zunächst israelische Systeme installiert und integriert werden. Die vollständige Einsatzfähigkeit wird erst in einigen Monaten erwartet. Bereits die Überfahrt erfolgte unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Das U-Boot soll die Strecke von Kiel nach Israel weitgehend unter Wasser und unter größter Geheimhaltung zurückgelegt haben. Israel wollte verhindern, dass andere Staaten Informationen über seine Fähigkeiten sammeln.
Die „INS Drakon“ ist zugleich das erste größere Waffensystem im Rahmen des mehrjährigen israelischen Marineprogramms „Choschen“. Generalstabschef Ejal Zamir kündigte an, die Marine in den kommenden Jahren deutlich zu modernisieren und auszubauen. Sie solle künftig weiter entfernt von Israel, länger und mit größerer Feuerkraft operieren können. Das U-Boot gilt damit als Bestandteil einer strategischen Neuausrichtung – insbesondere vor dem Hintergrund der Spannungen mit dem Iran sowie der wachsenden Risiken für die Schifffahrt im Roten Meer und an der Straße von Hormus.
Israels Präsident Izchak Herzog bezeichnete das Schiff bei einer Zeremonie als „Kronjuwel“ der Verteidigungstechnologie. Zugleich bleibt die Lieferung politisch umstritten. Experten halten eine Nachrüstung der israelischen Dolphin-U-Boote mit atomaren Waffen grundsätzlich für möglich. Zudem stehen deutsche Rüstungsexporte nach Israel angesichts des militärischen Vorgehens im Gazastreifen international in der Kritik.
Die TKMS Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,82 % und einem Kurs von 84,20EUR auf Tradegate (25. September 2026, 22:25 Uhr) gehandelt.
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