Verbio zurück in der Gewinnzone – doch der Ausblick enttäuscht
**Verbio kehrt in die Gewinnzone zurück – Ausblick enttäuscht den Markt**
Der Biokraftstoffhersteller Verbio hat im Geschäftsjahr 2025/26 die Trendwende geschafft und will im laufenden Jahr weiter wachsen. Vorstandschef Claus Sauter kündigte zugleich an, die Nettoverschuldung bis Ende Juni 2027 deutlich zu senken. Trotz der verbesserten Geschäftslage reagierte die Börse enttäuscht auf den Ausblick: Die Verbio-Aktie verlor am Donnerstag zeitweise mehr als fünf Prozent und fiel auf rund 30 Euro.
Für das Geschäftsjahr 2026/27 stellt der Leipziger Konzern ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 210 bis 250 Millionen Euro in Aussicht. Damit würde Verbio das Vorjahresniveau zwar übertreffen. Der Mittelwert der Prognose liegt jedoch rund sieben Prozent unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen. Das Analysehaus Jefferies bestätigte deshalb seine Einstufung „Hold“ und das Kursziel von 36 Euro. Analyst Constantin Hesse verwies zugleich auf das starke Schlussquartal.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr profitierte Verbio von höheren Preisen, steigenden Absatzmengen und einer Erholung des Marktes für Treibhausgasminderungsquoten (THG-Quoten). Mineralölunternehmen müssen ihre CO₂-Emissionen reduzieren und können fehlende Einsparungen durch den Erwerb solcher Quoten ausgleichen. Zudem stieg die Nachfrage nach Bioethanol und Biomethan, während die Produktionsanlagen neue Rekordwerte erreichten.
Der Konzernumsatz erhöhte sich um 18,5 Prozent auf 1,87 Milliarden Euro. Das Ebitda sprang von 14,2 Millionen auf 193,9 Millionen Euro und lag damit mehr als 13-mal so hoch wie im Vorjahr. Unter dem Strich erzielte Verbio einen Gewinn von 63,9 Millionen Euro, nachdem 2024/25 noch ein Verlust von 137,9 Millionen Euro angefallen war. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf einen Euro.
Besonders stark entwickelte sich das Schlussquartal. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich auf 531,9 Millionen Euro, das Quartals-Ebitda erreichte 88,2 Millionen Euro. Im Segment Bioethanol/Biomethan verbesserte sich das operative Ergebnis deutlich, während auch das Biodieselgeschäft von höheren Mengen, Preisen und einer besseren Auslastung profitierte.
Die verbesserte Ertragslage schlug sich auch im Cashflow nieder. Der operative Mittelzufluss stieg auf 164,6 Millionen Euro, der Free Cashflow lag bei 78 Millionen Euro. Dadurch sank die Nettofinanzverschuldung binnen Jahresfrist von 164 auf 91,5 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 59,7 Prozent.
Nach dem Dividendenausfall im Vorjahr sollen Aktionäre wieder 20 Cent je Aktie erhalten. Gleichzeitig will Verbio die Investitionen reduzieren und den Umbau des Standorts South Bend im US-Bundesstaat Indiana fortsetzen. Dort wird die Ethanolproduktion schrittweise um Biogas- und perspektivisch Biomethankapazitäten erweitert. Langfristig setzt das Unternehmen auf regulatorischen Rückenwind und eine wachsende Bedeutung der Biomasse für Energieversorgung und Klimaschutz.
Die Verbio Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,75 % und einem Kurs von 30,26EUR auf Tradegate (25. September 2026, 22:25 Uhr) gehandelt.
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