Trump lehnt Tech-Bremse ab
Das Einzige, was Amerikas Wirtschaft noch am Laufen hält
Michael Burry glaubt, Trump kann den Tech-Boom nicht scheitern lassen, und wettet trotzdem gegen Nvidia und Palantir. Während Gates Alarm schlägt, setzt der Präsident auf Tempo. Wer behält recht?
- Burry warnt vor Risiken und wettet gegen Techstars
- Trump hält am KI-Tempo fest, trotz lauter Warnungen
- KI-Boom erhält Rückhalt, Renditen bleiben ungewiss
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Michael Burry sieht Washington in der Pflicht. Der Boom um künstliche Intelligenz sei für die Regierung von Donald Trump inzwischen genauso wichtig wie für die Technologiekonzerne, schrieb der aus "The Big Short" bekannte Investor in einem Chat auf der Plattform Substack.
"Trump und sein Team wissen, dass die Erzählung von der künstlichen Intelligenz und der Ausbau das Einzige sind, was diese Wirtschaft am Laufen hält", so Burry. "Sie können es sich nicht leisten, dies scheitern zu lassen." Was Washington gegen einen Abschwung tatsächlich ausrichten könnte, ließ er offen.
Burry wettet gegen die Stars der Branche
Burry selbst bleibt skeptisch. Er setzt mit Leerverkäufen auf fallende Kurse bei Nvidia, Oracle, Palantir, Nebius, Micron und CoreWeave. Die gewaltigen Investitionen führten nicht zwangsläufig zu dauerhaften Renditen, argumentiert er. Der Präsident handelt dagegen selbst kräftig mit Technologiewerten. Laut seiner jüngsten Offenlegung tätigte Trump im Juli mehr als 1.000 Geschäfte. Dabei verkaufte er Aktien von Microsoft und Amazon im Wert von jeweils fünf bis 25 Millionen US-Dollar.
Trump will kein Tempolimit
Von einer Bremse für die Technologie hält Trump nichts. Am Sonntagabend empfing er Dario Amodei, den Chef des Entwicklers Anthropic, zum Abendessen im Weißen Haus. Amodei wirbt für strengere Regeln. Trump erkannte dessen Bedenken zwar an, rückt aber den Vorsprung gegenüber China in den Vordergrund.
"Wir liegen vielleicht anderthalb Jahre vor China", sagte er dem Sender Fox News. "Und warum sollten wir das aufgeben?" Auch die Chefs von OpenAI, Google DeepMind, Microsoft und xAI hatten zuletzt ein langsameres Tempo gefordert. Zuvor hatte OpenAI gemeldet, dass ein autonomer Agent bei einem Sicherheitstest außer Kontrolle geraten war. Am Dienstag trifft Trump führende Manager der Branche im Weißen Haus.
Die Warnungen werden lauter
Rückenwind erhalten die Mahner von Bill Gates. Künstliche Intelligenz sei mächtig genug, um Ereignisse mit einer Milliarde Todesopfern auszulösen, sagte der Microsoft-Mitgründer dem Sender NBC. Trump hatte solche Sorgen als "Schwindel" abgetan. "Das ist keineswegs ein Schwindel", entgegnete Gates. Anthropic-Sicherheitsforscher Evan Hubinger bezifferte die Wahrscheinlichkeit einer solchen Katastrophe im kommenden Jahrzehnt zuletzt auf mehr als zehn Prozent.
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An der Börse bleibt die Stimmung gelassen. Nvidia schloss am Freitag 0,2 Prozent höher bei 225,07 US-Dollar. Palantir verlor 1,5 Prozent auf 189,67 US-Dollar und kostet das 162-Fache seines Gewinns.
Fazit
Burrys These schneidet in beide Richtungen. Solange Washington den Ausbau stützt, droht kaum eine politische Vollbremsung. Garantierte Renditen bringt das aber nicht. Zugleich wächst der Druck für strengere Regeln. Anlegerinnen und Anleger sollten deshalb auf die Bewertung achten. Bei Palantir ist viel Hoffnung eingepreist, Nvidia wirkt mit dem rund 19-Fachen des erwarteten Gewinns deutlich moderater bewertet.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion

