Analysten Top-Picks
Hormus bleibt dicht: Bei BP, Total und Repsol klingelt jetzt die Kasse
Die Hormus-Blockade hält den Ölpreis hoch und HSBC zieht Konsequenzen: BP und TotalEnergies steigen auf "Buy". Das größte Potenzial sieht die Bank jedoch bei einem spanischen Konzern, bei OMV bleibt sie weiter skeptisch.
- HSBC hebt BP und TotalEnergies auf „Buy“ an
- Repsol bietet laut HSBC das größte Kurspotenzial
- Bei OMV bleibt HSBC trotz höherem Kursziel skeptisch
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Die britische Großbank HSBC setzt auf einen länger anhaltenden Ölpreisboom und passt ihre Empfehlungen für die großen Energiekonzerne an. BP und TotalEnergies stuft das Analystenteam um Kim Fustier von "Hold" auf "Buy" hoch. Das Kursziel für BP klettert von 570 auf 640 Pence, für TotalEnergies von 80 auf 93 Euro.
Auslöser ist eine kräftige Anhebung der Rohstoffannahmen. Seit die Vereinbarung zwischen den USA und Iran im Juli geplatzt ist, fließen durch die Straße von Hormus nur noch etwa 30 Prozent der früheren Mengen.
HSBC rechnet für 2026 deshalb mit einem Brentpreis von durchschnittlich rund 90 US-Dollar je Barrel statt 80 US-Dollar, für 2027 mit 85 statt 65 US-Dollar. Auch Raffineriemargen und europäische Gaspreise setzen die Experten deutlich höher an. Nach einer neuen Verschärfung der Spannungen im Nahen Osten am Wochenende ist der Ölpreis zum Wochenstart auf über 107 US-Dollar geklettert.
Entsprechend steigen die Gewinnschätzungen je Aktie im Schnitt um 19 Prozent für 2026 und sogar um 65 Prozent für 2027. Am stärksten profitieren laut HSBC international aufgestellte Konzerne, die Förderung, Raffinerien und Rohstoffhandel unter einem Dach vereinen.
Bei BP erwarten die Analysten nun einen schnelleren Schuldenabbau, der weniger von Verkäufen einzelner Geschäftsteile abhängt. Bei TotalEnergies sei der Bewertungsaufschlag gegenüber Shell verschwunden, zudem könnten die Aktienrückkäufe steigen. An diesem Montag lädt der Konzern zum Kapitalmarkttag nach New York.
Die meiste Luft nach oben sieht HSBC allerdings bei Repsol. Das Kursziel steigt von 29 auf 37 Euro, ein Plus von knapp 20 Prozent zum aktuellen Kurs. Shell mit einem Ziel von 4.240 Pence und Chevron mit 250 US-Dollar bleiben ebenfalls auf "Buy". Für Eni, Equinor, Galp und ExxonMobil gilt weiter "Hold". Skeptisch bleibt die Bank bei OMV: Trotz eines höheren Kursziels von 63 Euro lautet das Votum "Reduce", die Aktie notiert rund 11 Prozent darüber.
Ein Selbstläufer ist das Szenario nicht. Sollte sich die Lage am Golf dauerhaft entspannen, könnte Brent laut HSBC bis Anfang 2028 wieder unter 80 US-Dollar fallen.
Autor: Julian Schick, wallstreetONLINE Redaktion
Öl (Brent) wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +1,31 % und einem Kurs von 99,76USD auf Lang & Schwarz (28. September 2026, 10:31 Uhr) gehandelt.
