600 Millionen Dollar auf See
Fast 6 Millionen Barrel beschlagnahmtes Iran-Öl steuern auf die USA zu
Drei abgefangene Supertanker fahren Richtung USA. Ihre Ladung ist fast 600 Millionen US-Dollar wert – und Washington hat bereits den juristischen Weg für die Einziehung vorbereitet.
- Drei Supertanker steuern mit iranischem Öl die USA an
- USA wollen die Ladung per Prisenrecht einziehen
- Texas dürfte die Einziehung der Tanker zentral prägen
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Fast sechs Millionen Barrel beschlagnahmtes iranisches Rohöl im Wert von knapp 600 Millionen US-Dollar (rund 527 Millionen Euro) sind weiter auf dem Weg in Richtung USA. Zwei der drei mit dem Iran verbundenen Supertanker sind laut Bloomberg inzwischen nur noch wenige Wochen von amerikanischen Gewässern entfernt. Die "Tifani" und die "Majestic X" fahren vor der brasilianischen Küste, ein dritter Tanker hat das Kap der Guten Hoffnung passiert und steuert westwärts in den Atlantik.
Der Fall ist auch juristisch ungewöhnlich. Wie Bloomberg berichtet, greift die US-Regierung auf sogenanntes Prisenrecht zurück – ein jahrhundertealtes Instrument des Seerechts, das die Beschlagnahmung feindlicher Schiffe und Ladungen in Kriegszeiten regelt. Anders als bei klassischen zivilrechtlichen Einziehungen muss die Regierung dabei nicht zwingend zunächst einen konkreten Gesetzesverstoß nachweisen.
In den USA hat das Prisenrecht tiefe historische Wurzeln. Schon Abraham Lincoln nutzte den "Prize Act" von 1812 während des Bürgerkriegs zur Blockade konföderierter Häfen. Zuletzt kam das Instrument im Spanisch-Amerikanischen Krieg zum Einsatz. Die US-Staatsanwaltschaft für den südlichen Bezirk von Texas erklärte laut Bloomberg, sie sei bereit, die Vereinigten Staaten bei entsprechenden Verfahren vor Bundesgerichten zu vertreten.
Sollten die Tanker tatsächlich einen US-Hafen erreichen, dürfte Texas eine zentrale Rolle spielen. Dort befinden sich große Raffinerien, zudem wurden bereits Verfahren zur Einziehung der Schiffe und ihrer Ladung eingeleitet.
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Donald Trump hatte die Taktik im Mai ungewöhnlich offen beschrieben. "Wir haben das Schiff übernommen. Wir haben die Ladung übernommen, das Öl übernommen", sagte er. "Wer hätte gedacht, dass wir so etwas tun? Wir sind wie Piraten." Sollte das beschlagnahmte Öl tatsächlich in den USA ankommen, wäre es das erste iranische Rohöl seit einem Einziehungsverfahren im Jahr 2023, das wieder amerikanische Küsten erreicht.
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion

