Kaufsignal nach den Zahlen
Energiekrise: Während alle leiden, macht Südzucker jetzt richtig Kasse!
Die Preisexplosion bei Öl und Benzin beschert Südzucker einen Gewinndsprung. Das Unternehmen profitiert von hohen Ethanolpreisen und hebt seinen Ausblick an.
- Hohe Ethanolpreise treiben Südzuckers Gewinn stark
- Südzucker hebt Umsatz- und EBITDA-Prognose deutlich an
- Bioethanol macht die Aktie zum Schutz vor Inflation
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Nicht alle Unternehmen leiden unter der Energiekrise ...
Hohe Ölpreise sowie Benzin und Diesel auf Rekordniveaus belasten die Ertragslage vieler Unternehmen. Sie stehen vor der schwierigen Entscheidung, ihre Preise anzupassen und damit zur Inflationsentwicklung beizutragen, oder Marktanteile mit gleichbleibenden Preisen zu sichern und dafür sinkende Margen in Kauf zu nehmen.
Doch jede Krise kennt auch Gewinner. Das sind gegenwärtig vor allem Energie- und Mineralölkonzerne wie Chevron, Exxon Mobil und TotalEnergies, das diese Woche zu einem Investorentag eingeladen hat. Aber auch andere Unternehmen profitieren. Das haben am Montagmorgen deutlich die von Südzucker vorgestellten Zahlen gezeigt. Vor allem hohe Ethanol- und Biospritpreise haben bei Europas größtem Zuckerverarbeiter für eine Sonderkonjunktur gesorgt.
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... so profitiert zum Beispiel auch Südzucker von hohen Preisen!
Nach vorläufig vorgelegten Geschäftszahlen kletterte der operative Ertrag (EBITDA) des Unternehmens im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 80 Prozent auf 168 Millionen Euro. Neben höheren Ethanolpreisen habe auch das Segment Spezialitäten dank höherer Absatzmengen zum positiven Ergebnis beigetragen.
Nach der ermutigenden Entwicklung im ersten Halbjahr hat Südzucker seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich angehoben. Beim Umsatz wird jetzt mit 8,3 bis 8,7 Milliarden Euro gerechnet, bislang waren es 8,1 bis 8,5 Milliarden Euro gegenüber einem Vorjahresergebnis von 8,35 Milliarden Euro. Die Schätzung für das EBITDA wurde am unteren Ende der Spanne um 60 Millionen Euro auf 540 bis 680 Millionen Euro angehoben.
Damit könnte Südzucker vor einer deutlichen Steigerung stehen, denn im Geschäftsjahr 2026 hatte das Unternehmen ein EBITDA in Höhe von 535 Millionen Euro erzielt. Trotz der bislang zufriedenstellenden Entwicklung hat der Konzern den Ausblick aber unter Vorbehalt gestellt. In der Pressemitteilung ist von einem "weiterhin schwer abschätzbaren" Geschäftsverlauf die Rede. Ein vollständiges Zahlenwerk soll planmäßig am 08. Oktober vorgelegt werden.
Aktie in schwachem Marktumfeld gefragt, Chance auf Kursgewinne
Am Gesamtmarkt ist der Wochenauftakt angesichts erneut steigender Ölpreise und Anleiherenditen verhalten ausgefallen. Mit einem Plus von zeitweise rund 6 Prozent können die Südzucker-Anteile jedoch glänzen, auch wenn die Zugewinne bis zum Mittag auf 3 Prozent zusammengeschmolzen sind.
Gegenüber dem Jahreswechsel notiert Südzucker jetzt mit einem Aufschlag von 37 Prozent. Das zeigt deutlich, dass der Konzern dank seiner Bioethanolsparte als Krisengewinner identifiziert und gehandelt wird. Zwar hatte die Aktie in den vergangenen 3 Wochen mit einer Korrektur zu kämpfen, doch nach einem erfolgreichen Test der 50-Tage-Linie in der zurückliegenden Woche sowie der ermutigenden Prognoseanhebung könnte Südzucker jetzt vor einer Erholungsrallye stehen.

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Fazit: Südzucker bietet Absicherung gegen Inflation
Auch mit Blick auf die Unternehmensbewertung besteht noch Aufholpotenzial. Das für das laufende Geschäftsjahr prognostizierte KGV von knapp 31 ist zugegeben zwar nicht besonders attraktiv, doch dieses könnte schon im kommenden Jahr auf 15,2 und damit unter das 5-Jahres-Mittel von 17,8 sinken. Beim Verhältnis zwischen Unternehmenswert (EV) und EBITDA zeigt sich dagegen mit 7,1 für dieses und 5,7 für das kommende Jahr schon eine deutlich attraktivere Bewertung.
Vor allem bei anhaltend hohen Öl- und Treibstoffpreisen dürfte Südzucker profitieren. Damit bietet eine Investition in das Unternehmen eine Absicherung gegen eine andauernde Versorgungskrise. Gleichzeitig ist die Gefahr eines Super-El-Ninos und großflächigen Ernteausfällen nicht gebannt, was neben den Ethanol- auch die Zuckerpreise ansteigen lassen könnte. Damit bietet die Aktie auch eine Absicherung gegen die Inflation bei Lebensmittelpreisen.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

