Seltene Erden
China führt bei 30 von 44 Rohstoffen: Wie die USA sich jetzt befreien wollen
Bei 30 von 44 kritischen Mineralien hat China die Nase vorn. Jetzt steckt Washington Milliarden in eigene Vorräte. Wer davon profitieren könnte und warum ein Problem bleibt, das sich nicht kaufen lässt.
- China dominiert 30 von 44 kritischen Mineralien
- Washington baut mit Milliarden eigene Rohstoffreserven
- Chinesische Lieferungen lassen sich kaum rasch ersetzen
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Die Vereinigten Staaten legen sich einen Schatz an kritischen Mineralien an. Die Regierung von Donald Trump gibt Milliarden aus, um die eigenen Vorräte und die ihrer Verbündeten aufzustocken. Das Ziel: Chinas Griff um Rohstoffe lockern, ohne die Rüstung, Technologie und Industrie nicht auskommen. Das berichtete das Wall Street Journal am Sonntag.
Chinas Exportstopp als Weckruf
Den Anstoß gab Peking. Im April 2025 belegte China sieben Seltenerdelemente und daraus gefertigte Magnete mit Exportkontrollen. Plötzlich zeigte sich, wie abhängig die USA sind, vom Halbleiter über das Elektroauto bis zur Rakete. Bei 30 von 44 kritischen Mineralien ist China laut dem US-Handelsministerium der größte Produzent.
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Seitdem spannt Washington fünf Ministerien und staatliche Förderbanken ein, um Bergbau, Verarbeitung und Magnetproduktion anzuschieben. Allein die im Februar gestartete Rohstoffreserve "Project Vault" umfasst zwölf Milliarden US-Dollar. Laut der Denkfabrik Center for Strategic and International Studies reicht das Arsenal zudem von Abnahmegarantien bis zu Preisuntergrenzen. Partnerschaften mit Australien, Japan, Malaysia und Saudi-Arabien sollen Lieferketten mit Verbündeten schmieden.
Die Zeit arbeitet für Peking
Das Problem ist die Zeit. Minen, Raffinerien und Magnetwerke brauchen Jahre bis zur Produktion. Fachleute halten es für unwahrscheinlich, dass sich chinesische Lieferungen kurzfristig ersetzen lassen. Anfang September soll China laut Reuters Lieferungen in die Vereinigten Staaten zurückgehalten haben. Luftfahrtkonzerne testen bereits Ersatzmaterialien und Recycling, rechnen aber noch jahrelang mit China als wichtigem Lieferanten.
MP Materials als Gradmesser
Wie stark die Politik die Kurse bewegt, zeigt MP Materials. Der wohl wichtigste US-amerikanische Produzent Seltener Erden erreichte im Oktober 2025 ein Rekordhoch von 100,25 US-Dollar. Im Juli fiel die Aktie auf 37,81 US-Dollar, am Freitag schloss sie bei 48,83 US-Dollar.
Die 19 von Stockanalysis erfassten Analysten empfehlen das Papier im Schnitt klar zum Kauf und sehen das Kursziel bei gut 74 US-Dollar.
Fazit
Washingtons Milliarden verbessern die Rechnung für Produzenten außerhalb Chinas. Förderung, Abnahmegarantien und Preisuntergrenzen machen Projekte rentabel, die gegen billige chinesische Ware bisher chancenlos waren.
Der Weg ist aber lang. Jede neue Nachricht aus Peking lässt die Kurse springen. Wer einsteigt, setzt auf einen jahrelangen Umbau und braucht starke Nerven. Hersteller aus Rüstung, Autoindustrie und Halbleiterbranche bleiben bis dahin anfällig für höhere Rohstoffkosten.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
Die MP Materials Registered (A) Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,58 % und einem Kurs von 42,60EUR auf Tradegate (28. September 2026, 12:28 Uhr) gehandelt.
