Jefferies-Quartalszahlen
Rekordquartal bei Jefferies und die Aktie fällt trotzdem – Was ist da los?
Rekordumsatz, Gewinn über den Erwartungen – und trotzdem drehen Anleger ab? Genau das ist am Montag bei Jefferies passiert: Nachbörslich rutschte die Aktie um bis zu 3,5 Prozent ins Minus. Warum?
Die Zahlen klingen erst einmal glänzend: Der Gewinn stieg im dritten Quartal um 16 Prozent auf 261 Millionen US-Dollar. Je Aktie waren es 1,08 US-Dollar – erwartet worden waren laut FactSet 1,00 US-Dollar je Aktie (bereinigt: 0,89 US-Dollar).
Mit 2,2 Milliarden US-Dollar lag der Umsatz im Rahmen der Erwartungen. Das Investmentbanking spülte mit 1,3 Milliarden US-Dollar so viel Umsatz in die Kasse wie nie zuvor. Zudem legte der Aktienhandel um fast ein Drittel auf Rekordwerte von 626 Millionen US-Dollar zu.
Doch dann kommt der Haken
Ein Bereich brach regelrecht ein: Die Erlöse aus Vermögensverwaltung und Anlagerenditen stürzten binnen eines Jahres um 60 Prozent auf nur noch 34 Millionen US-Dollar. Als Grund nennt Jefferies schwächere Ergebnisse mehrerer Fonds – darunter Point Bonita, der beim insolventen Autozulieferer First Brands engagiert war. Auch im Anleihehandel läuft es zäh: Die Erlöse sanken um 26 Prozent. Und der Gesamtumsatz von 2,2 Milliarden Dollar lag lediglich im Rahmen der Erwartungen.
Für Aktionäre ist das bitter: Das Papier hat in diesem Jahr bereits 25 Prozent verloren, der S&P 500 legte im gleichen Zeitraum um 12 Prozent zu.
Ungewöhnlich: Eine Telefonkonferenz, in der Analysten Fragen stellen können, gibt es nicht. CEO Richard Handler und Präsident Brian Friedman äußern sich nur schriftlich und wollen vor allem die Beständigkeit und Qualität der Erträge verbessern.
Im nächsten Monat wird es spannend, denn die Jefferies-Zahlen gelten als Vorgeschmack auf die Quartalszahlen der großen US-Banken.
Autor: Ferdinand Hammer, wallstreetONLINE Redaktion
