SpaceX mit neuem Rekord
Ölpreise drücken Märkte ins Minus, Chipaktien brechen ein und Lindt warnt
Die Ölpreise haben die Märkte fest im Griff. Nach Verlusten an der Wall Street ging es auch in Asien mit den Kursen bergab. Der DAX versucht sich zwar wacker zu schlagen, dürfte sich dem Trend aber nicht entziehen.
- Ölpreise, Renditen und Zinssorgen belasten Börsen
- DAX hält sich robust, Asiens Börsen geben nach
- Lindt senkt Umsatzprognose, SpaceX testet Starship
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Die Anleger bleiben am Dienstag nervös: Steigende Ölpreise, höhere Anleiherenditen und neue Zinssorgen bestimmen das Bild an den internationalen Märkten. Der Dax zeigt sich vor dem Handelsstart jedoch vergleichsweise robust.
Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex rund eine Stunde vor Xetra-Start 0,1 Prozent höher bei 25.410 Punkten. Unterstützung liefert der geringe Technologie-Anteil im Dax, während die
Tech-Werte nach der Schwäche der Nasdaq auch in Asien unter Druck stehen.
Belastet werden die Märkte vor allem durch die wieder steigenden Ölpreise. Der Optimismus auf eine schnelle diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran nimmt ab. Die Sorge vor
neuen Inflationsimpulsen treibt zugleich die Renditen am US-Anleihemarkt auf Mehrjahreshochs.
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Wall Street unter Druck: Öl, Zinsen und KI-Schock belasten die Märkte
Die US-Börsen sind mit Verlusten in die Woche gestartet. Steigende Ölpreise, höhere Anleiherenditen und neue Sorgen rund um Künstliche Intelligenz haben vor allem Technologiewerte belastet.Der Dow Jones Industrial verlor 0,67 Prozent auf 51.481,51 Punkte. Der S&P 500 gab 0,77 Prozent auf 7.683,69 Zähler nach. Der technologielastige Nasdaq 100 büßte 1,08 Prozent auf 30.276,81 Punkte ein.
Auslöser für die Öl-Rally waren enttäuschte Hoffnungen auf eine schnelle Einigung zwischen den USA und dem Iran. Brent-Rohöl kletterte zeitweise auf knapp 106 US-Dollar je Barrel. Die neuen Inflationssorgen trieben zudem die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen wieder nach oben – ein Belastungsfaktor für Aktien.
Zusätzlicher Druck kam aus dem KI-Sektor: OpenAI stoppte nach einem Sicherheitsvorfall vorübergehend das Training seiner leistungsstärksten Modelle. Ein KI-System hatte in einem Test eine Netzwerk-Lücke genutzt und trotz fehlendem Internetzugang Informationen von einem externen Chatbot erhalten.
Die Sorgen trafen die Chipbranche besonders hart. Aktien von Micron, Intel, Qualcomm und ARM verloren bis zu 8,7 Prozent. Nvidia konnte sich dagegen mit einem Plus von 1,7 Prozent behaupten. Rückenwind gab eine mögliche Lockerung für den Verkauf neuer Nvidia-Chips nach China sowie ein erweitertes Aktienrückkaufprogramm.
Auch Meta geriet unter Druck und verlor knapp fünf Prozent. Ein neues Gerichtsurteil zum alten Cambridge-Analytica-Datenschutzskandal könnte den Konzern teuer zu stehen kommen.
Im Dow Jones war Boeing mit einem Minus von fast sieben Prozent der größte Verlierer. Grund waren neue Softwareprobleme beim wichtigen Modell 737 Max.
Asien unter Druck: Öl und Anleiherenditen bremsen die Börsen
Die asiatischen Aktienmärkte sind überwiegend schwächer in den Dienstag gestartet. Belastend wirken vor allem die weiter steigenden Ölpreise und die hohen US-Anleiherenditen, die neue Inflations- und Zinssorgen schüren. In Japan verliert der Nikkei rund 1,2 Prozent, während der südkoreanische Kospi etwa 0,6 Prozent nachgibt. AP News
Auch in Hongkong überwiegen die Verluste: Der Hang Seng fällt rund 0,5 bis 0,6 Prozent. Besonders Technologiewerte stehen unter Druck. Auf dem chinesischen Festland zeigt sich dagegen ein stabileres Bild: Der Shanghai Composite gewinnt rund 0,1 Prozent, nachdem Peking zusätzliche konjunkturpolitische Unterstützung in Aussicht gestellt hat. Reuters
Damit kommt aus Asien am Dienstagmorgen insgesamt leichter Gegenwind für den europäischen Handelsstart. Im Fokus bleiben die Ölpreise, die Entwicklung der Renditen und die Frage, ob die hohen Finanzierungskosten die Aktienmärkte stärker belasten.
Größte Rakete der Welt hebt ab – SpaceX gelingt historischer Starship-Test
Das größte jemals gebaute Raketensystem hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: SpaceX brachte das Starship erstmals erfolgreich in eine Erdumlaufbahn und setzte dabei sogar neue
Starlink-Satelliten aus. Zwar endete die Mission früher als geplant, doch Elon Musk wertete den Test als Erfolg.
Die fast 120 Meter hohe Rakete startete vom Weltraumbahnhof in Texas, erreichte eine Umlaufbahn rund 275 Kilometer über der Erde und stürzte anschließend kontrolliert in den Pazifik. Zuvor war auch
die Booster-Stufe ins Meer zurückgekehrt.
Eigentlich sollte der Flug rund zehn Stunden dauern und die Erde mehrfach umrunden. Nach einem Triebwerksausfall entschied SpaceX jedoch, die Mission bereits nach etwa drei Stunden zu
beenden.
Für die Raumfahrtbranche ist der Test trotzdem ein wichtiger Schritt: Das vollständig wiederverwendbare Starship soll künftig Astronauten zum Mond bringen – und langfristig sogar Flüge zum Mars
ermöglichen.
Lindt-Schock: Hitze und Preisdruck bremsen den Schokoladen-Giganten
Die Aktie von Lindt & Sprüngli könnte am Dienstag unter Druck geraten: Der Schweizer Premium-Schokoladenhersteller muss seine Umsatzprognose für 2026 deutlich nach unten korrigieren.
Statt eines organischen Wachstums von vier bis sechs Prozent erwartet der Konzern nun nur noch ein Plus von null bis zwei Prozent. Als Gründe nennt Lindt eine zunehmende Preissensibilität der
Verbraucher sowie die extreme Sommerhitze.
Besonders schwach entwickelte sich das saisonale Geschäft in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Höhere Preise und eine zurückhaltende Konsumentenstimmung sorgten für geringere Bestellmengen als erwartet. In Nordamerika und Asien zeigte sich das Geschäft dagegen weiterhin robust.
Trotz der Umsatzwarnung hält Lindt an seinen Gewinnzielen fest. Die EBIT-Marge soll 2026 weiterhin um 20 bis 40 Basispunkte steigen. Rückenwind erwartet der Konzern durch wieder sinkende
Kakaopreise, eine angepasste Preisstrategie und höhere Investitionen in die Marke.
Auch die langfristigen Ziele bleiben bestehen: Ab 2028 peilt Lindt weiterhin ein organisches Umsatzwachstum von sechs bis acht Prozent pro Jahr sowie eine jährliche Verbesserung der EBIT-Marge um
20 bis 40 Basispunkte an.
Öl zieht weiter an – Brent wieder über 106 US-Dollar
Die Ölpreise steigen am Dienstag den zweiten Handelstag in Folge. Brent verteuert sich um rund 1,4 Prozent auf 106,77 US-Dollar je Barrel, WTI legt rund 1,5 Prozent auf 93,94 US-Dollar zu. Händler sorgen sich weiter um mögliche Lieferausfälle im Nahen Osten. Trotz höherer Exporte aus der Region bleibt vor allem die Lage rund um die Straße von Hormus der entscheidende Risikofaktor.
Gold versucht die Wende – Silber bleibt unter Druck
Gold stabilisiert sich nach dem jüngsten Ausverkauf. Der Spotpreis steigt am Dienstagmorgen um 0,4 Prozent auf 4.130,58 US-Dollar je Feinunze, liegt damit aber weiter nahe einem Sieben-Wochen-Tief. Silber verliert dagegen 0,9 Prozent auf 60,42 US-Dollar. Belastend wirken steigende US-Renditen und die wachsende Erwartung, dass die Fed die Zinsen länger hoch halten oder sogar erneut anheben könnte. Reuters
Dollar gibt den Ton an – Euro rutscht Richtung Dreimonatstief
Der US-Dollar startet fest in den Dienstag. Der Dollar-Index steigt leicht auf 101,27 Punkte und bewegt sich damit nahe einem Zwei-Monats-Hoch. Der Euro notiert bei rund 1,1360 US-Dollar und damit nahe dem tiefsten Stand seit drei Monaten. Das britische Pfund gibt auf 1,3242 US-Dollar nach. Der Yen schwächt sich leicht auf 157,5 Yen je US-Dollar ab. Der australische Dollar springt nach der Zinserhöhung der RBA zwischenzeitlich bis auf 0,7029 US-Dollar. Reuters
Bitcoin unter Druck – Zinsangst trifft den Kryptomarkt
Am Kryptomarkt dominiert weiter Vorsicht. Bitcoin fällt auf rund 83.000 US-Dollar und steuert auf den fünften Verlusttag in Folge zu. Ether notiert bei etwa 2.650 US-Dollar. Auch XRP und Solana geben nach. Steigende US-Renditen, ein stärkerer Dollar und hohe Ölpreise drücken derzeit auf die Risikobereitschaft der Anleger und bremsen damit auch Kryptowährungen.
Autor: Markus Weingran, wallstreetONLINE Redaktion

