2,6-Milliarden-$-Wette
Novo Nordisk: Bringt dieser Milliarden-Deal endlich die Wende?
Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk steht unter Druck, sein Wachstum wiederzubeleben. Richten soll es jetzt ein milliardenschwerer Lizenzdeal in China.
- Novo Nordisk kämpft mit schwachem Wachstum und Verlusten
- China-Deal bringt Novo weltweite Rechte an HRS-1596
- Ein Befreiungsschlag bleibt aus, die Zulassung liegt Jahre entfernt
- Report: KI-Euphorie kippt - Bei diesen 5 Aktien droht der Crash!
Novo Nordisk: Das Elend geht auch nach dem Investorentag weiter!
Für Novo Nordisk und seine Anlegerinnen und Anleger verläuft das Börsenjahr unverändert bescheiden. Das Unternehmen kämpft mit einer hartnäckigen Wachstumsschwäche und rückläufigen Erlösen und Erträgen, die Aktie bildet das mit einem Minus von rund 23 Prozent gegenüber dem Jahresauftakt ab. Gegenüber dem Stand vor einem Jahr stehen sogar -28,5 Prozent zu Buche.
Der Investorentag in der vergangenen Woche brachte keine Entspannung, im Gegenteil rutschte das in den vergangenen Wochen ohnehin unter Verkaufsdruck stehende Papier noch weiter ab. Die von Novo Nordisk vorgestellten Mittelfristziele überzeugten Investoren nicht – die fürchten eine einseitige Konzentration auf das Geschäft mit Abnehmpräparaten, wo der Wettbewerb wächst.
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Jetzt soll es eine milliardenschwere Lizenzvereinbarung richten
Nach der verhaltenen Kursreaktion beeilte sich CEO Michael Doustdar, Schadensbegrenzung zu betreiben. In eine, Interview mit CNBC bekräftigte er seine Entschlossenheit, nötigenfalls mit Übernahmen für neues Unternehmenswachstum zu sorgen. Jetzt lässt Novo Nordisk Taten sprechen.
Wie das Unternehmen am Dienstagmorgen bekannt gegeben hat, wurde eine Lizenzvereinbarung mit dem chinesischen Biotechnologiekonzern Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals getroffen, wonach Novo Nordisk die weltweiten Vermarktungsrechte für das experimentelle Abnehmpräparat HRS-1596 erhält.
Hierbei erhalten die Dänen Exklusivrechte, den Wirkstoff zu entwickeln, herzustellen und zu vermarkten – mit Ausnahme von Festlandchina, den beiden Sonderverwaltungszonen Hong Kong und Macau sowie Taiwan. Diesen Markt behält sich Hengrui vor.
Für die Transaktion erhalten die Chinesen eine Vorauszahlung von 300 Millionen US-Dollar. Darüber hinaus wurden Meilensteinzahlungen und Gewinnbeteiligungen vereinbart, die Hengrui insgesamt bis zu 2,6 Milliarden US-Dollar einbringen könnten.
Bis zu einer Zulassung könnten noch Jahre vergehen
Der Wirkstoff HRS-1596 soll zu einem oral verabreichten Medikament entwickelt werden, das nur einmal wöchentlich eingenommen werden muss. Das würde sich für einen hohen Komfort bei der Einnahme verbürgen und könnte bei der Vermarktung ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal sein.
Ein Zulassungserfolg liegt jedoch noch in weiter Ferne, denn HRS-1596 befindet sich gerade erst in einer Phase-1-Studie. Frank Jiang, Strategievorstand von Hengrui, bekräftigte in der Pressemitteilung: "Diese Zusammenarbeit vereinigt die Innovationskraft von Hengrui Pharma mit Novos globaler Führungsposition bei GLP-1-Therapien und Übergewichtsprävention. Gemeinsam arbeiten wir daraufhin, diesen innovativen Therapieansatz Patienten weltweit zur Verfügung stellen zu können."
Aktie unbeeindruckt – kämpft mit frischem Verkaufssignal
Anlegerinnen und Anleger zeigten sich am Dienstagmorgen nur mäßig beeindruckt von der Unternehmensmeldung. In einem geringfügig erholten Gesamtmarktumfeld legten die Papiere am Handelsplatz in Kopenhagen nach Handelseröffnung rund 0,6 Prozent auf 254 Dänische Kronen (DKK; 33,98 Euro) zu.
Charttechnisch ist die Aktie weiter deutlich angeschlagen. Sie notiert nach den wochenlangen Verlusten seit Anfang August wieder unter ihren gleitenden Durchschnitten, in denen es mit einem Death Cross außerdem zu einem Verkaufssignal gekommen ist. Im Bereich von 245 bis 250 DKK (32,77 bis 33,44 Euro) verläuft noch eine horizontale Unterstützung. Wird auch diese unterschritten, könnte es zu einem erneuten Anlaufen der bisherigen Jahrestiefs bei 255 DKK (34,11 Euro) kommen.

wallstreetONLINE RedaktionNovo Nordisk kann es nicht
Investorentag endet mit Desaster: Jetzt fallen die Kursziele reihenweise!
Fazit: Weiter nur wenig Gründe, die Aktie zu kaufen
Novo Nordisk hält sein auf dem Kapitalmarkttag gegebenes Wort und beginnt mit der Verstärkung seiner Wirkstoffpipeline. Zunächst sieht der Konzern jedoch von einer Übernahme ab und hat stattdessen eine Lizenzvereinbarung über einen experimentellen Wirkstoff aus chinesischer Entwicklung getroffen – das unterstreicht vor allem die wachsende Bedeutung der Biotechnologiebranche in China.
Mit Blick auf die Geschäftsentwicklung von Novo Nordisk sind jedoch keine unmittelbaren Folgen zu erwarten, da bis zur Zulassung von HRS-1596 noch Jahre vergehen könnten und der Wirkstoff außerdem unter Studien- und Zulassungsvorbehalt steht. Ein Befreiungsschlag ist die Lizenzierung daher nicht. Nach den jüngsten technischen Verschlechterungen im Chartbild könnten die Kursverluste daher weiter anhalten. Auch fundamental ist die Aktie kein Kauf – es gibt mit Unternehmen wie Pfizer schlicht noch günstigere Value-Werte in der Branche.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion

