Nach ChatGPT kommt Physical AI
AMD greift Nvidia an: 8,2 Milliarden für die nächste KI-Revolution
AMD kauft World Labs für 8,2 Milliarden US-Dollar und setzt auf Weltmodelle, Robotik und Physical AI, um Nvidia technologisch anzugreifen.
- AMD übernimmt World Labs für 8,2 Milliarden Dollar
- Weltmodelle erzeugen begehbare 3D-Welten für Robotik
- AMD greift Nvidia mit Physical AI und Robotik an
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AMD setzt im Kampf mit Nvidia auf einen milliardenschweren Technologiesprung. Der US-Chiphersteller übernimmt das KI-Start-up World Labs für rund 8,2 Milliarden US-Dollar. Bezahlt wird vollständig mit AMD-Aktien. Die Transaktion soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Der eigentliche Coup könnte jedoch weniger die Technologie als das Team dahinter sein. World Labs wurde von der renommierten Stanford-Forscherin Fei-Fei Li mitgegründet, die mit ihrer Arbeit an ImageNet zu den Wegbereitern des modernen Deep Learnings zählt. Nach Abschluss der Übernahme soll Li Executive Vice President und Chief Scientist von AMD werden und direkt an Konzernchefin Lisa Su berichten.
World Labs arbeitet an sogenannten Weltmodellen. Anders als klassische Sprachmodelle sollen diese KI-Systeme verstehen, wie sich dreidimensionale Räume, Gegenstände und Bewegungen in der realen Welt verhalten. Das Modell Marble kann aus Texten, Bildern oder Videos begehbare 3D-Welten erzeugen. Das jüngere Atlas-Modell geht noch einen Schritt weiter: Aus wenigen Aufnahmen können reale Umgebungen rekonstruiert und beispielsweise als Simulationen für Roboter genutzt werden.
Genau darin liegt die strategische Bedeutung für AMD. Künftig dürften nicht nur Chatbots enorme Rechenleistung benötigen, sondern auch humanoide Roboter, autonome Fahrzeuge, industrielle Simulationen und andere Formen von "Physical AI". Wer früh versteht, welche Rechenarchitektur solche Modelle benötigen, kann Prozessoren und Beschleuniger Jahre im Voraus darauf ausrichten.
AMD arbeitet bereits seit Längerem mit World Labs zusammen. Der Chipkonzern hatte in das Start-up investiert und dessen Modelle auf AMD-Instinct-GPUs für Training und Inferenz optimiert. Mit der Übernahme wird aus dieser Partnerschaft nun eine vollständige Integration. Für AMD ist der Deal damit auch ein Angriff auf Nvidia. Der Marktführer investiert ebenfalls massiv in Robotik, Simulation und Physical AI. AMD versucht nun, nicht nur bessere Chips zu bauen, sondern schon bei der Entwicklung der nächsten KI-Generation mit am Tisch zu sitzen.
An der Börse löste die Ankündigung zunächst keine Euphorie aus. Die AMD-Aktie bewegte sich nachbörslich weitgehend seitwärts. Anleger müssen nun abwägen, ob die hohe Bewertung eines erst 2024 gegründeten Start-ups gerechtfertigt ist – oder ob sich AMD damit tatsächlich einen entscheidenden Vorsprung für die nächste Phase des KI-Booms erkauft.
Autor: Paul Späthling, wallstreetONLINE Redaktion
Die Advanced Micro Devices Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +0,90 % und einem Kurs von 539,5USD auf Tradegate (29. September 2026, 10:57 Uhr) gehandelt.

